Das Glück des Augenblicks

Krenek: Jonny spielt auf Weimar / Nationaltheater

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Die Neuinszenierung von Frank Hilbrich bestätigt es: Die scheinbar leichte, heute etwas bemüht-brillant wirkende «Jazz-Oper» von 1927 ist nicht leicht zu realisieren. Mit ihr huldigte der blutjunge Avantgardist Ernst Krenek dem Zeitgeist der Goldenen Zwanziger – der Wagnerismus, dem noch Strauss und Schreker mit ihren lyrischen Musikdramen beseelt gefolgt waren, galt als überwunden. «Mahagonny» und die «Dreigroschenoper» grüßten schon vorab. Die Nazis erklärten den gefeierten und hundertfach gespielten «Jonny» für «entartet» und verboten ihn.



Ernst Krenek, Wiener des Jahrgangs 1900, wollte etwas unverblümt Freches auf die Beine stellen: «Ich ersann eine lebhafte und spannende Handlung», bemerkte Krenek lapidar. «Zeitoper» nannte man das damals, und doch erfand der Komponist mit seinem selbstverfassten Libretto eine durchaus konventionelle Personendramaturgie in alltagsbanalen Umgebungen: Es gibt zwei Paare – ein ernstes, der Komponist Max und die Opernsängerin Anita, sowie ein lustiges, der farbige Jazzgeiger Jonny und das Stubenmädchen Yvonne. Vier Personen werden durch die amourösen Machenschaften des Violinvirtuosen Daniello und den verführerischen Glanz seiner kostbaren ...

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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Wolfgang Schreiber

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