Das Entscheidende steht nicht in den Noten
Herr Thielemann, der Musikwissenschaftler Carl Dahlhaus hat sinngemäß einmal gesagt, ein Dirigent sei halb Feldherr, halb Zauberer. Wie sehen Sie sich selbst?
Das mit dem Zauberer gefällt mir. Ein Zauberer muss ja auch auf Menschen einwirken. Manchmal mit Tricks (lacht), vor allem aber mit Handwerk und Hintergrund. Wie man die Fäden zieht, hängt von den Mitspielern ab. Wenn man sich gut versteht, läuft alles wie von selbst. Es gibt aber immer wieder menschlich interessante Situationen, in denen man klare Ansagen machen muss.
Und dann geben Sie den Feldherrn...
Früher war das wohl manchmal so. Wenn man jung ist, trifft man nicht immer den richtigen Ton. Man will alles, ist ungeduldig und vergisst, dass man sich in jedem Orchester das Vertrauen der Musiker erst mal erarbeiten muss. Da kann viel schieflaufen. Aber aus Fehlern lernt man ja. Ich habe einiges Lehrgeld bezahlt. Mit der Erfahrung kommt langsam die Entspannung.
Ohne Autorität geht es aber nun mal nicht, wenn Sie achtzig, hundert Individualisten auf Linie bringen müssen...
Im ganzen Leben geht es nicht ohne Autorität. Das gilt nicht nur für Dirigenten. Ein Dirigent muss aber vor allem gut zuhören, gut begleiten können. Er muss ...
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Opernwelt August 2012
Rubrik: Interview I, Seite 18
von Albrecht Thiemann
ARD
1.8. – 22.45 Uhr
Till Brönner.
Porträt des Trompeters von Michael Wulfes.
15.8. – 22.45 Uhr
Christian Thielemann.
Porträt des Dirigenten von Mathias Siebert.
ARTE
1.8. – 6.00 Uhr
30 Jahre Klavierfestival La Roque d’Anthéron.
English Chamber Orchestra, Orchestre de Chambre de Lausanne, Renaud Capuçon, Christian Zacharias.
2.8. – 2.10 Uhr
Mozart Superstar.
Dokumentation von...
Alle Bühnenwerke Wagners – da befürchtet man ein «wuchtiges Werk». Allein für die Kürze gebührt dem im Epizentrum Wahnfried arbeitenden Sven Friedrich ein Preis: Sein kleiner Führer ist ein in alle Taschen passendes Pausen-Büchlein geworden – und dennoch präsentiert es «Wagner komplett» auf neuestem Stand. Die Biografie zwischen «Heldenleben und Kolportage», die...
«Der Rosenkavalier» – eine Commedia dell’Arte? Man verdrängt angesichts des Wienerischen in Hofmannsthals und Strauss‘ «Komödie für Musik» oft allzu schnell, dass es in der Tat vor allem Molière’sche Motive sind, die die Keimzellen dieses Meisterwerks ausmachen. Und dass natürlich die Figurenkonstellation bewusste Anleihen an die Typenkomödie enthält – freilich von...
