Dämonen und Zitronen
Es ist nur ein Blick. Aber er verändert alles, augenscheinlich, offenkundig, unausweichlich. Es ist der Blick einer jungen Frau, die das Tragische ablehnt, weil sie sich nach einer Zukunft sehnt, in der das Leben den Tod überwindet. Soeben hat dieser ihr die Mutter entrissen, und wieder war es Orest, der von den Furien Getriebene, durch Elektra Angestachelte, der die schlimme Tat vollbrachte und den Stahl in Helenas Leib rammte.
Nun aber schaut er Hermione, die Halbwaise, an und vernimmt ihre fragenden, klagenden Worte: «Ist das dein Traum, Orest? Und wo ist deine Trauer um diesen Traum? Orest, sieh mich an. Kannst du mich ansehen?»
Das Ende der fünften Szene in Manfred Trojahns «Orest» ist die Peripetie, stückimmanenter Umschlag vom Katastrophischen ins Utopische; er ermöglicht die Wende. Hermiones Blick verwandelt den Sohn der Klytämnestra und des Agamemnon in jenes Subjekt, das nach Freiheit zumindest dürsten darf, und es ist wirklich berückend, wie Georg Nigl, jener Zertrümmerte im knittrig-weißen Anzug (Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer), neben sich die Leiche Helenas, seine glasig gewordenen Augen auf Claire de Sévigné heftet, und wie sie ihrerseits, ebenfalls auf dem Boden ...
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Opernwelt April 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Jürgen Otten
58. Jahrgang, Nr 4
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752299
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Andrea Kaiser...
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