Entlarvt
Ab 29. April 2017 in Coburg
Terynka ist verschwunden. Als die Eltern ihr Kind vom Puppentheater abholen wollen, finden sie nur sein rotes Jäckchen zwischen den Zuschauerstühlen. Damit gehen sie zur Polizei. Der Wachtmeister nimmt Terynkas Foto entgegen und versenkt die Jacke tief in der Schublade. Suchen wird er nach dem Mädchen nicht. Denn er selbst hat es entführt.
In Coburg zeigen Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka «Das schlaue Füchslein» als packenden Mädchenhandel-Krimi – und haben dafür massiv ins Geschehen eingegriffen.
Das ist mutig, tut dem Werk aber gut, das seiner kleinteilig-sperrigen Episodenstruktur wegen schon zu Janáčeks Lebzeiten in die Kritik geriet. Tierwelt und Menschenwelt stehen sich darin gegenüber. Das ungarische Regieteam bündelt beide zum durchgehenden Handlungsstrang. Das Füchslein ist zum Mädchen Terynka mutiert, der Förster ein Mädchenhändler, der in seinem Forsthaus Frauen in Käfigen gefangen hält, aus denen sich die rebellische Terynka schließlich befreit. Für ihre Deutung haben Szemerédy und Parditka manche Textstelle gestrichen, einige Aspekte mit dem Holzhammer passend gemacht. Entstanden ist daraus ein beklemmender Opernabend, der die Themen Freiheit und Übergriff ...
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Opernwelt April 2017
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Eva Kröner
Welche Maßstäbe sollte man an einen Sänger anlegen? Zählen Fähigkeiten oder Erfolge? Ich bin für Fähigkeiten, denn was nützt ein Lebenslauf der Superlative, wenn man kaum noch krächzen kann? Allerdings ist der «United States Customs and Immigration Service» (USCIS) da anderer Meinung: Mir wurde gerade ein Visum verweigert.
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