Entlarvt
Ab 29. April 2017 in Coburg
Terynka ist verschwunden. Als die Eltern ihr Kind vom Puppentheater abholen wollen, finden sie nur sein rotes Jäckchen zwischen den Zuschauerstühlen. Damit gehen sie zur Polizei. Der Wachtmeister nimmt Terynkas Foto entgegen und versenkt die Jacke tief in der Schublade. Suchen wird er nach dem Mädchen nicht. Denn er selbst hat es entführt.
In Coburg zeigen Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka «Das schlaue Füchslein» als packenden Mädchenhandel-Krimi – und haben dafür massiv ins Geschehen eingegriffen.
Das ist mutig, tut dem Werk aber gut, das seiner kleinteilig-sperrigen Episodenstruktur wegen schon zu Janáčeks Lebzeiten in die Kritik geriet. Tierwelt und Menschenwelt stehen sich darin gegenüber. Das ungarische Regieteam bündelt beide zum durchgehenden Handlungsstrang. Das Füchslein ist zum Mädchen Terynka mutiert, der Förster ein Mädchenhändler, der in seinem Forsthaus Frauen in Käfigen gefangen hält, aus denen sich die rebellische Terynka schließlich befreit. Für ihre Deutung haben Szemerédy und Parditka manche Textstelle gestrichen, einige Aspekte mit dem Holzhammer passend gemacht. Entstanden ist daraus ein beklemmender Opernabend, der die Themen Freiheit und Übergriff ...
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Opernwelt April 2017
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Eva Kröner
Die Ankündigung der Deutschen Oper Berlin, ein Stück des weithin unbekannten Komponisten Andrea Lorenzo Scartazzini uraufführen zu wollen, weckte reichlich Verwunderung. Der Schweizer hatte zwar in Basel und Frankfurt mit einer Oper nach E. T. A. Hoffmanns «Sandmann» (siehe OW 12/2012) und in Erfurt, später in Bern mit seinem Bühnenerstling «Wut» auf sich...
JUBILARE
Luigi Ernesto Alva y Talledo wurde am 10. April 1927 in Lima geboren. Nach ersten Gesangsstudien in seiner Heimat Peru bei Rosa Mercedes Ayarza ging er 1953 nach Mailand, wo er ein Jahr später als Alfredo in Verdis «La traviata» debütierte und in La Scuola di Canto an der Scala aufgenommen wurde. Der Durchbruch gelang ihm 1956 ebendort als Graf Almaviva...
Zart schwebt die Musik durch den Raum: «One charming night», eine der berühmtesten Arien aus «The Fairy Queen». Doch plötzlich stampft das Orchester in wilden Rockrhythmen los. Aber es zerstört Purcells Poesie nicht ganz, holt sie nur auf die Erde zurück, füllt die Körperlosigkeit mit Fleisch. Solche Wechselwirkungen gibt es oft in Helmut Oehrings 2013 in Berlin...
