Britten: The Turn of the Screw
Geistergeschichte oder Psychodrama? Genau wie Britten diese Frage offen lässt, versucht auch Kiels Intendant Daniel Karasek in seiner Inszenierung der Kammeroper «The Turn of the Screw» keineswegs, eindeutige Antworten zu finden. Er erzählt das Stück ehrlich, dabei immer nah an der Musik, in klaren Bildern. Statt komplett ausgestatteter Bühnenräume stellt Norbert Ziermann zeichenhafte Versatzstücke auf die Szene – ein Baumgerippe, ein Grabkreuz, ein Pult, ein überdimensionales Gemälde.
Ein eher sachlich wirkendes Ambiente, in dem sich die Menschen, nach der strengen viktorianischen Mode gekleidet (Kostüme: Claudia Spielmann), fremd und verloren ausnehmen.
Der Einbruch des Unheimlichen erfolgt ohne Bühnentricks, konzentriert vor allem auf die Geistererscheinung des verstorbenen Hausdieners Peter Quint, der sein Opfer, den Knaben Miles, wie ein Hypnotiseur umtänzelt: Dämon, Kobold, Magier in einer Person, von schillernd verlockender Körperlichkeit. Johannes An spielt das mit artistischem Können aus, punktgenau in der Choreografie. Fast allerdings wäre die Premiere an seiner plötzlichen stimmlichen Indisposition gescheitert. Retter in der Not war der Isländer Finnur Bjarnason, der ...
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Die...
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