Betörend elegant

Eine starke Wiederentdeckung: Cyrille Dubois mit sämtlichen Liedern von Gabriel Dupont

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Nach ihrer CD mit Liedern von Louis Beydts (siehe OPERN-WELT 6/2024) sind der Tenor Cyrille Dubois und sein Klavierpartner Tristan Raës erneut im «Jardin de la mé-lodie», im französischen Liedgarten, wie die beiden im Booklet schreiben, fündig geworden: mit sämtlichen 31 Mélodies des am Vorabend des Ersten Weltkrieg an Tuberkulose verstorbenen Gabriel Dupont (1878–1914). Wie Dubois stammte auch der heute weitgehend vergessene Dupont aus der Normandie.

Hin und wieder begegnet man seinem autobiographischen Klavierzyklus «Les Heures dolentes»; Kiel hat sich 2009 mit wenig Erfolg für die letzte seiner vier stark vom Verismo beeinflussten Opern, die Conte héroique «Antar», engagiert.

Dubois und Raës zeigen Dupont nun als glänzenden Lieder-Komponisten, der einerseits an Massenets emotionale Lyrik, andererseits an Debussys lichte Klangfarbenkunst anknüpft und doch zu einem ganz individuellen Ton findet. Gesang und Begleitung gehen dabei getrennte, scheinbar je eigene Wege. Während die Singstimme, mit Ausnahme der orientalisierenden Melismen im «Chanson de Myrrha», stets strikt und klar der syllabischen Deklamation der Worte folgt – «Tes paroles ont de musiques cristallines» («Deine Worte ...

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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Medien, Seite 39
von Uwe Schweikert

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