Szenen einer guten Ehe

Die älteste Musiktheater-Gemeinschaft Deutschlands mit Spielstätten in Krefeld und Mönchengladbach feiert 75-jähriges Bestehen. Mustergültige Ensemblepflege und clevere Spielplangestaltung zeichnen das Doppelhaus aus. Zugleich bereitet man sich auf die Sanierung und ein längeres Interim vor

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Eigentlich passt das Theater Krefeld und Mönchengladbach gar nicht so richtig in die Reihe «Opernwelt auf Landpartie». Weder sind Krefeld und Mönchengladbach kleine Städte, noch liegen sie fernab der Metropolen. Zum Theater Krefeld kann man von der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Allee, dem Hauptsitz der Deutschen Oper am Rhein, sogar mit der Tramlinie U76 fahren, die früher «K-Bahn» hieß – «K» wie Krefeld. Wenn man nach etwa 25 Kilometern Fahrt an der Endstation Rheinstraße aussteigt, liegt links der gescholtene Theaterplatz, der lange Zeit als Drogentreffpunkt fungierte.

Wiederum zur Linken steht das Seidenweberhaus, ein wahres Ungetüm eines multifunktionalen Zweckbaus aus den mittleren 1970er-Jahren; rechts erhebt sich das im Vergleich zierlich wirkende Stadttheater Krefeld, eröffnet im Januar 1963.

Dennoch: Die Theatergemeinschaft Krefeld und Mönchengladbach wird auf dem Opernatlas eher als Randphänomen wahrgenommen, was an der Nähe zur holländischen Grenze liegen mag, am ländlichen Umfeld des Niederrheins oder einfach am gefühlten Übergewicht der weltweit einmalig dichten Theaterlandschaft zwischen dem Ruhrpott und Köln. An inhaltlichem Gewicht und qualitativer Güte dieses ...

Die Welt, auch die der Oper, ist ungerecht. Während man den Großen stets, und sei es auch noch so kritisch, huldigt, führen die Kleinen meist ein Dasein im Schatten, sprich: Man bemerkt sie kaum. Doch gerade in den Darstellenden Künsten und hier insbesondere in der Oper liegt der große Gewinn in der Vielfalt. Und was das angeht, schauen die benachbarten Länder sehnsuchtsvoll nach Deutschland. Es ist dies nach wie vor das Land mit der größten Theaterdichte weltweit. Und das berühmte deutsche Stadttheater gewissermaßen das Fundament dieses Reichtums. Diesen vor Ort in Augenschein zu nehmen, ist Anlass und Impuls für die Serie «Opernwelt auf Landpartie», in der wir in loser Folge und von A bis Z die kleineren Häuser porträtieren.

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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Opernwelt auf Landpartie, Seite 66
von Regine Müller

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