Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle
Die Unsitte, Klassik-Stars wie ihre Kollegen aus der Pop-Branche als Sexsymbole zu verkaufen, treibt weiterhin seltsame Blüten. Die EMI glaubte nun, ein anspruchsvolles Programm mit dem verheißungsvollen Titel «Midsummer Night» durch Hochglanzfotos der Interpretin «an den Mann» bringen zu können. Die englische Sopranistin Kate Royal, durchaus mit Model-Qualitäten ausgestattet, versucht in diskret animierenden Posen, von einer zartrosa Robe luftig umhüllt, erotische Begehrlichkeiten zu wecken. Ihre vokalen Enthüllungen sind dagegen nicht besonders spannend.
Ihr schlanker, in der Höhe zunehmend mager werdender Sopran verfügt nur über wenige Farben, und ihr Vortrag zeichnet sich kaum durch gestalterische Fantasie aus. Da wird von Dvoráks Rusalka über einige Klassiker der englischen und amerikanischen Oper des 20. Jahrhunderts bis hin zu Lehárs Vilja-Lied und Korngolds «Glück, das mir verblieb» stilistisch alles über einen Leisten geschlagen. Der Hörer ermüdet rasch, was durch die teilweise unerträglich breiten Tempi des Dirigenten Edward Gardner noch verstärkt wird, der mit dem Orchester der ENO einen zähen Einheitsbrei anrührt.
Magdalena Kozená präsentiert sich auf ihren Booklet-Fotos ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein Sensationserfolg. Als Bruno Walter im Dezember 1920 Walter Braunfels’ Aristophanes-Oper «Die Vögel» dirigierte, ahnte niemand, dass allein die Münchner Uraufführungsproduktion innerhalb von zwei Jahren 50-mal auf dem Spielplan stehen würde. Kein Wunder, dass das Stück ganz oben auf der Liste von Musikern steht, die sich für die Wiederentdeckung und...
Ein Trompe l’oreille ist diese Musik, nur scheinbar glanzvoll die Regenbogenbrücke am Schluss des «Rheingold». «Falsch und feig ist, was dort oben sich freut», klagen denn auch die Rheintöchter. Und selbst das Heldenmotiv (in Wien am Premierenabend im Übereifer ein wenig verzerrt) strahlt nur vermeintlich. Wotans «großer Gedanke» – eine Schimäre. An dieser Stelle...
«Das Leben ist kein Wartesaal», seufzt der schöne Bariton, der im richtigen Leben Sebastian Geyer heißt und an diesem Abend wechselweise Monsieur Juste und Arthur de St. Barbe darstellt. Recht hat er, denn ihm hat das Warten rein gar nichts genützt. Zwar ist ihm auf der Jagd glatt eine Fee in die Falle gegangen, die ihm drei Wünsche erfüllen wollte, wenn er sie nur...
