Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle
Die Unsitte, Klassik-Stars wie ihre Kollegen aus der Pop-Branche als Sexsymbole zu verkaufen, treibt weiterhin seltsame Blüten. Die EMI glaubte nun, ein anspruchsvolles Programm mit dem verheißungsvollen Titel «Midsummer Night» durch Hochglanzfotos der Interpretin «an den Mann» bringen zu können. Die englische Sopranistin Kate Royal, durchaus mit Model-Qualitäten ausgestattet, versucht in diskret animierenden Posen, von einer zartrosa Robe luftig umhüllt, erotische Begehrlichkeiten zu wecken. Ihre vokalen Enthüllungen sind dagegen nicht besonders spannend.
Ihr schlanker, in der Höhe zunehmend mager werdender Sopran verfügt nur über wenige Farben, und ihr Vortrag zeichnet sich kaum durch gestalterische Fantasie aus. Da wird von Dvoráks Rusalka über einige Klassiker der englischen und amerikanischen Oper des 20. Jahrhunderts bis hin zu Lehárs Vilja-Lied und Korngolds «Glück, das mir verblieb» stilistisch alles über einen Leisten geschlagen. Der Hörer ermüdet rasch, was durch die teilweise unerträglich breiten Tempi des Dirigenten Edward Gardner noch verstärkt wird, der mit dem Orchester der ENO einen zähen Einheitsbrei anrührt.
Magdalena Kozená präsentiert sich auf ihren Booklet-Fotos ...
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Die meisten amerikanischen Innenstädte umgibt ein Ring aus undefinierbaren Lagerhäusern, Autobahnauffahrten und heruntergewirtschafteten Gebäuden. Das ist auch in Kansas City so. Genau in diesem Milieu entsteht derzeit jedoch eines der aufregendsten und ambitioniertesten neuen Opernhäuser der Vereinigten Staaten.
Das neue «Metropolitan Kansas City Performing Arts...
Klaus Bachler lud, wen wundert’s, zum Auftakt seiner Münchner Intendanz gleich drei Sprechtheater-Regisseure ein, sich an der Oper zu versuchen. Einmal ging das gut (beim «Wozzeck» von Andreas Kriegenburg), einmal gründlich daneben (Christian Stückls knallbunte Sicht auf Pfitzners «Palestrina»). Jetzt durfte die Schweizerin Barbara Frey Janáceks «Jenufa» in Szene...
Sie kommt in Badelatschen daher. Von Kriegswirren keine Spur. Genüsslich beginnt sie sich zurechtzumachen. Duftendes auf die Beine, Feinstrümpfe darüber, Lippenstift, zuletzt noch ein Paar Ohrklunker. Dalila, die Philisterin, erwartet ihren Feind, Samson, den Hebräer, zum Rendezvous der Rache. Im Schlafzimmer ist Dalila Herrin über Lust und Verderben. Doch Samson...
