Aus zweiter Hand
Ein Sensationserfolg. Als Bruno Walter im Dezember 1920 Walter Braunfels’ Aristophanes-Oper «Die Vögel» dirigierte, ahnte niemand, dass allein die Münchner Uraufführungsproduktion innerhalb von zwei Jahren 50-mal auf dem Spielplan stehen würde. Kein Wunder, dass das Stück ganz oben auf der Liste von Musikern steht, die sich für die Wiederentdeckung und Wiederbelebung von Werken einsetzen, die im Dritten Reich unter das Verdikt «Entartete Musik» gefallen waren.
Genau das tut James Conlon, Musikchef der Los Angeles Opera, mit einer Programmreihe, die unter dem Titel «Recovered Voices» läuft. Was die szenischen Projekte der Initiative betrifft, so stemmte man in der vergangenen Saison zunächst einen Doppelabend mit Viktor Ullmanns «Der zerbrochene Krug» und Alexander von Zemlinskys «Der Zwerg». Für die nächste Spielzeit ist die erste Inszenierung einer Schreker-Oper auf amerikanischem Boden angekündigt: «Die Gezeichneten».
Entartete Kunst – für die Nazi-Ideologen ging es hier nicht nur um Fragen der Rasse, sondern ebenso um Fragen der Kunst. Juden, die fortschrittliche Musik über skandalöse Themen schrieben – und das waren viele –, wurden doppelt abgekanzelt. Im Fall des Halbjuden ...
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Heute wissen wir, dass uns der Atem geraubt worden ist – und zusammen mit dem Atem das Vertrauen, dass bessere Tage der Zivilisation kommen könnten.» Mit Trauer und Wut holt Salvatore Sciarrino im Partitur-Vorwort zu seiner neuen Oper «La porta della legge» gegen das System Berlusconi und seinen kulturellen Kahlschlag aus. «Wenn ihr eines schönen Tages entdeckt,...
An den Komponisten Carl Goldmark (1830-1915) erinnern gelegentlich Aufführungen seiner Oper «Die Königin von Saba», die 1875 an der Wiener Hofoper uraufgeführt wurde und schnell zum Welterfolg avancierte. Zehn Jahre lang hatte Goldmark an dem Werk gearbeitet, und es dauerte noch einmal so lang, bis 1886 seine zweite Oper «Merlin» erschien. Es folgten noch vier...
«Ferdinand Leitner, ja der konnte alles, den ganzen Wagner genauso wie Fortner, Orff und Weill. Und er konnte es gut! Das war eben kein Routinier, sondern wirklich ein hervorragender Musiker». So urteilte Martha Mödl über den Dirigenten, dessen Image lange Zeit von seiner Stuttgarter Zeit geprägt war. Das Württembergische Staatstheater wurde in den fünfziger und...
