Außerordentlich charmant

Aus dem Raritäten-Kabinett: Das Lehár Festival in Bad Ischl zeigt Suppés selten gezeigten «Boccaccio» und Lehárs «Göttergatten»

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Die Operette ist weiblich. Viele ihrer berühmtesten Vertreterinnen sind es auch: «Die Fledermaus», «Die lustige Witwe», «Die Csárdásfürstin» et cetera ...

Insofern ist es mehr als legitim, wenn das Lehár Festival Bad Ischl ein Programm (wiewohl nur als Matinée) auch einmal den Komponistinnen dieser Gattung widmete: «Fräulein, bitte sind Sie musikalisch?» Die Frage, die in Camilla Frydans Operette «Die große Trommel» von 1925 in einem Shimmy-Song aufgeworfen wird, beantwortet das Programm mit Blick auf die Komponistinnen, die sich oft ein männliches Pseudonym gaben (oder geben mussten), durchaus mit einem Ja. Echte Perlen sucht man vergeblich, aber vielleicht liegt das auch daran, dass Frauen unter weit schlechteren Bedingungen zu komponieren hatten als ihre männlichen Kollegen. Schöne Schlager sind’s allemal, die Operetten-Urgestein Wolfgang Dosch und Komponistinnen-Expertin Andrea Schwab hier präsentieren, Letztere leider auch singend ...

Doch die Operette kämpft auch dort mit dem Vergessen, wo es um echte Perlen geht. Das zeigt der Ischler Sommer exemplarisch. Von Kálmáns «Gräfin Mariza» abgesehen, die sich noch moderat im Spielplan behauptet. Doch was Volker Klotz in Pipers ...

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Opernwelt November 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 40
von Alexander Dick

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