Ein Hoch auf die Liebe
Wir leben in liebebedürftigen Zeiten. Die Deutsche Oper Berlin stellt unter ihrem neuen Intendanten Aviel Cahn gleich die ganze Spielzeit unter das Motto «Make Love», das Staatstheater Cottbus startet die Saison mit einer ultimativen Hommage an die ultimative Liebesgeschichte der Literatur-, nein, überhaupt der Kunstgeschichte.
Dass Shakespeares «Romeo und Julia» Vertreter aller künstlerischen Disziplinen inspiriert hat, nimmt der Regisseur Philipp Grigorian zum Anlass, alle vier Sparten des Cottbusser Hauses zu einem Riesenabend zusammenzuführen: Konzert, Schauspiel, Ballett und Oper.
Empfangen wird der Gast vom Philharmonischen Orchester, das die gesamte Bühne besetzt. Wo soll hier noch Tanz und Schauspiel stattfinden? GMD Alexander Merzyn startet mit dem Beginn von Berlioz’ Chorsymphonie «Roméo et Juliette», ein gespielter Eklat schafft den Übergang zum Schauspiel. Luzia Tietze, die das Mezzo -sopran-Solo singt, touchiert beim Gang über die Bühne einen Geiger, der daraufhin in einen Tobsuchtsanfall ausbricht («Haben Sie mich berührt?»). Die Geige wird auf dem Boden zertrümmert, die Vorstellung ab -gebrochen, der Orchestergraben unter viel Gewerkel und Gerenne heruntergefahren. ...
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Opernwelt November 2026
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Clemens Haustein
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