Aus eins mach zwei
Ein Orchestergraben – wie gehabt. Pulte, Stühle. Bloß keine Musiker. An deren Stelle eine Unzahl von Lautsprechern, welche die Eingebungen eines real existierenden Dirigenten scheinbar spontan umsetzen. Doch die Musik ist natürlich virtuell; von einem Pult im Zuschauerraum aus operiert die Tontechnik mit Reglern und Schiebern.
So etwas erlebte man nicht in Valencia, sondern rund zweitausend Kilometer weiter östlich in Christoph Marthalers als Musiktheater verbrämter Auslegung von Horváths «Glaube Liebe Hoffnung» bei den Wiener Festwochen.
Doch die pessimistische Vision kam uns wieder in den Kopf, als wir ein paar Tage später beim Festival del Mediterrani in Valencia sitzen, um Cherubinis «Medea» zu erleben: Die dramatische finanzielle Situation für Spaniens Hochkultur drängt sich geradezu auf.
Im Übrigen stammt Helga Schmidt, Valencias Opernchefin, aus Wien. Als Intendente y Directora artistica ist sie auch für das Festival del Mediterrani verantwortlich, das sie zusammen mit dem Dirigenten Zubin Mehta in diesem Jahr zum fünften Mal gestaltet. Beinahe trotzig plant sie für die Zukunft, obwohl sie von den versprochenen siebzehn Millionen Euro als Etat für die gesamte Spielzeit ...
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Opernwelt August 2012
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Gerhard Persché
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