Aus dem Krieg, zurück ins Wasser

Späte Wende: Höhepunkte der Salzburger Festspiele. Peter Eötvös dirigiert Bartóks «Cantata profana» und «Blaubart», Jossi Wieler und Sergio Morabito entzaubern Dvoráks «Rusalka», dazu der Blaskapellenmusiktheaterspaß «Irmingard»

Opernwelt - Logo

Don Giovanni», Verdis «Otello», Gou­nods «Roméo et Juliette» – die Eröffnungspremieren der Salzburger Festspiele mit den attraktiven und populären Titeln waren die ganze Festivalzeit über auf dem Programm (siehe OW 9-10/2008). Das etwas sperrigere Angebot folgte in der zweiten Festspielhälfte: Bartóks «Herzog Blaubarts Burg», Dvoráks vor allem wegen der Mond-Arie bekannte «Rusalka» und als Uraufführung «Irmingard», ein Musik-Unterhaltungs­theater der besonderen Art.


Die Aufführung von «Herzog Blaubarts Burg» ergänzte nicht, wie sonst üblich, Schönbergs «Erwartung», sondern Bartók: Unter der Leitung von Peter Eötvös spielten die Wiener Philharmoniker zunächst die «Vier Orchesterstücke» op. 12, dann folgte die 1930 komponierte «Cantata profana», die den Untertitel «Die neun Zauberhirsche» trägt. Eigentlich sollte auch die «Cantata» szenisch gestaltet werden, doch die Bartók-Erben verweigerten ihre Zustimmung. Bühnenbildner Daniel Richter und Regisseur Johan Simons fanden gleichwohl einen Ausweg: Auf der breiten Bühne des Gro­ßen Festspielhauses erstreckte sich als buntes Panorama eine riesige Stadt-Märchenlandschaft, aus deren unzähligen Fensterluken die Chorsänger hervorlugten, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2008
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Gerhard Rohde

Vergriffen
Weitere Beiträge
Unaufwändig intensiv

John Dews mutiger Versuch, Gustave Charpentiers einst ungeheuer erfolgreiche «Louise» von 1900 zusammen mit ihrer (dramaturgisch und harmonisch) ungleich moderneren Fortsetzung «Julien» (1913) am Dortmunder Theater neu zu entdecken, blieb vor acht Jahren ein Einzelfall – die Vorlieben unserer Ahnen sind eben nur bedingt zu revitalisieren. Im Fall der «Louise» ist...

Nights at the Opera

Musikalisch, stilistisch und dramatisch hat Puccini in «Il trittico» drei verschiedene, in sich schlüssige Welten entworfen. Jeder dieser Ein­akter könnte auch ohne die beiden anderen bestehen. Ein Haus, das alle Stücke an einem Abend zeigt, lässt sich so auf eine künstlerische Herausforderung ein, die der einer «Ring»-In­szenierung kaum nachsteht. In Los Angeles...

Vor und nach der Revolution

Kein Wunder, dass der schwärmerische Lenski (etwas ungelenk: Claude Pia) rasend eifersüchtig wird: Freund Onegin und seine Olga (aufgekratzt, mit schönem, leichtem Mezzo: Anne Schuldt) tanzen sich beim Geburtstagsfest Tatjanas in eine Lust an Bewegung hinein, die sie schnell vom 19. ins 20. Jahrhundert katapultiert und selbst vor Flamenco, Foxtrott, Cha-Cha-Cha und...