Aus dem Krieg, zurück ins Wasser
Don Giovanni», Verdis «Otello», Gounods «Roméo et Juliette» – die Eröffnungspremieren der Salzburger Festspiele mit den attraktiven und populären Titeln waren die ganze Festivalzeit über auf dem Programm (siehe OW 9-10/2008). Das etwas sperrigere Angebot folgte in der zweiten Festspielhälfte: Bartóks «Herzog Blaubarts Burg», Dvoráks vor allem wegen der Mond-Arie bekannte «Rusalka» und als Uraufführung «Irmingard», ein Musik-Unterhaltungstheater der besonderen Art.
Die Aufführung von «Herzog Blaubarts Burg» ergänzte nicht, wie sonst üblich, Schönbergs «Erwartung», sondern Bartók: Unter der Leitung von Peter Eötvös spielten die Wiener Philharmoniker zunächst die «Vier Orchesterstücke» op. 12, dann folgte die 1930 komponierte «Cantata profana», die den Untertitel «Die neun Zauberhirsche» trägt. Eigentlich sollte auch die «Cantata» szenisch gestaltet werden, doch die Bartók-Erben verweigerten ihre Zustimmung. Bühnenbildner Daniel Richter und Regisseur Johan Simons fanden gleichwohl einen Ausweg: Auf der breiten Bühne des Großen Festspielhauses erstreckte sich als buntes Panorama eine riesige Stadt-Märchenlandschaft, aus deren unzähligen Fensterluken die Chorsänger hervorlugten, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Für ihr neues Album «Souvenirs» wird Anna Netrebko im gala-bunten PR-Buch ein Text mit dem Beigeschmack hohen Schwachsinns in den Mund gelegt. Es sei «wie ein prächtiger Blumenstrauß mit den verschiedensten Blüten und Farben. Es soll eine wunderbare Palette an Gefühlen schaffen – Leidenschaft, Freude, Liebe, Zärtlichkeit». Zusammengestellt sei das Programm, so der...
«Songs My Mother Taught Me» – der Titel aus den Zigeuner-Melodien von Antonín Dvorák gehört seit Langem zu den Topoi von Primadonnen, die sich scheinbar ganz persönlich und privat an ihre Bewunderer wenden und – im glücklichen Fall – mit einer Kunst verzaubern, die Kunst verbirgt. Es geht dabei um die essenzielle Kunst, eine Melodie zu singen und zum Leben zu...
Die Schreibmaschine ist schön. Weil sie Erinnerungen weckt an eine Zeit, in der Wörter noch gleichsam eingemeißelt wurden. Altes Modell, vielleicht eine Olympia aus den sechziger Jahren. Vor ihr Anna Samuil, in grauer Leinenhose und lindgrüner Bluse, im Schneidersitz, auf dem Boden hin- und herwogend wie ihre Seele. Soll ich? Soll ich nicht? Ja, sie soll. Und man...
