Vor und nach der Revolution

Innsbruck, Tschaikowsky: Eugen Onegin

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Kein Wunder, dass der schwärmerische Lenski (etwas ungelenk: Claude Pia) rasend eifersüchtig wird: Freund Onegin und seine Olga (aufgekratzt, mit schönem, leichtem Mezzo: Anne Schuldt) tanzen sich beim Geburtstagsfest Tatjanas in eine Lust an Bewegung hinein, die sie schnell vom 19. ins 20.

Jahrhundert katapultiert und selbst vor Flamenco, Foxtrott, Cha-Cha-Cha und Rock-‘n’-Roll nicht halt macht!
Brigitte Fassbaenders Inszenierung des «Eugen Onegin» hat noch mehr solche präzise aus Musik und Handlung entwickelten Überraschungsmomente: Wenn in der ersten Szene die Feldarbeiter von unwürdigen Arbeitsbedingungen singen, ist das durch die Blume eine Anklage, die Larina (prägnant: Anne Pellekorne) schnell erstickt, indem sie mit Geldscheinen winkt und prompt heitere Lieder erntet. Die Abfuhr, die Onegin Tatjana erteilt, spiegelt sich am Ende in genau gleicher Körpersprache, wenn Onegin durch Tatjana zurückgewiesen wird: eine verzweifelt lange Umarmung, langsames Zu-Boden-Gleiten, Kauern wie ein Häuflein Elend.
Der junge Lette Janis Apeinis gestaltet mit fein-herbem, intensivem Bariton, perfekter russischer Diktion und natürlich-prägnanter Körpersprache einen weniger blasierten als früh ...

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Opernwelt November 2008
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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