Nights at the Opera
Musikalisch, stilistisch und dramatisch hat Puccini in «Il trittico» drei verschiedene, in sich schlüssige Welten entworfen. Jeder dieser Einakter könnte auch ohne die beiden anderen bestehen. Ein Haus, das alle Stücke an einem Abend zeigt, lässt sich so auf eine künstlerische Herausforderung ein, die der einer «Ring»-Inszenierung kaum nachsteht. In Los Angeles bot Opernchef Plácido Domingo nun gleich zwei Oscar-prämierte Filmregisseure auf, um das Tripel zum Erfolg zu führen.
William Friedkin («French Connection»), der in der Oper bereits etwas Erfahrung hat, begnügte sich damit, den Arme-Leute-Realimus von «Il tabarro» und die gefühlige Melodramatik von «Suor Angelica» so auf die Bühne zu bringen, wie jeder sich das bereits vorstellt. Aufmerken ließ vor allem Musikdirektor James Conlon – mit einer weitatmigen aber feingeschliffenen Auslegung der Partituren. In «Il tabarro» gab Salvatore Licitra mit robuster und leidenschaftlicher Stimme einen herzzerreißenden Luigi. Als Suor Angelica ließ Sondra Radvanovsky leuchtende Töne hören, die der späten Verzweiflung der Figur ebenso gerecht wurden wie der anfänglichen Abgeklärtheit.
Dann folgte «Gianni Schicchi», inszeniert von ...
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