Augen zu, Ohren auf

Rimski-Korsakow: Schneeflöckchen bei den Tiroler Festspielen Erl

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Schnee liegt im Winter auf den Bergen rund um Erl, Schnee liegt auch auf der Bühne der Tiroler Festspiele, inmitten von allerlei brüchigem Mobiliar. Die kosmische Ordnung ist zertrümmert, der Frühling kehrt nicht wieder – so erzählt es Nikolai Rimski-Korsakow in «Snegurotschka», seit Mutter Frühling und Väterchen Frost miteinander das titelgebende «Schneeflöckchen» gezeugt haben. Eher nach der Mutter kommend, will es zu den Menschen, an die Sonne, auch wenn das für ein Schneeflöckchen naturgemäß Gefahr bedeutet...

Mit der Bearbeitung des gleichnamigen Märchendramas von Alexander Ostrowski folgte Rimski-Korsakow laut eigener Auskunft der «Neigung zu altrussischen Gebräuchen und zum heidnischen Pantheismus». Die Partitur verblendet vogelzwitschernde Naturmystik mit avancierter Harmonik und Rhythmik, Volksmusikalisches und Kirchentonales mit einer gänzlich unwagnerianischen Leitmotivtechnik, Genrevolksszenen wie das Austreiben des Winters in der Butterwoche mit der raffinierten Instrumentation, für die Rimski-Korsakow zu Recht berühmt ist – alles unter dem Primat eines epischen Erzählens, das es mit Strichen und zwei Pausen in Erl auf viereinviertel Stunden bringt (Dass ...

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Opernwelt Februar 2024
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Michael Stallknecht

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