Auftrag: Oper!

Das Musiktheater in der DDR unterlag ideologischer Einengung und politischer Überfrachtung. Über mutige und irrige Wege einer tradierten Kunstform in einem nahezu vergessenen Land

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Eine reiche Opernliteratur wünschten sich die offiziellen Taktgeber der DDR-Kulturpolitik nach 1949. Nur musste diese sich sowohl ästhetisch als auch politisch den marxistisch-materialistischen Vorgaben des Landes anpassen, sprich: dem Idealtypus eines sozialistisch-realistischen Musiktheaters entsprechen. Aus diesem latenten Widerspruch generierten die Komponisten und Librettisten eine Kunstform, die einerseits – aus dem Geiste Brechts und Weills – dialektisch geformt war, andererseits aber nach eigenen Figurationen, Formen und Farben suchte.

30 Jahre nach der sogenannten Deutschen Einheit stellt sich die Frage, was übriggeblieben ist von jenen Opern, die in einem heute nahezu vergessenen Land geschrieben wurden, welchen Stellenwert sie – zu Recht oder Unrecht – genießen und welche Aufführungschancen weiterhin bestehen

Befragt danach, ob und wenn ja, welche Werke aus dem Repertoire der in der DDR komponierten Opern über ihre Entstehungszeit hinaus wirksam werden könnten, zögere ich zunächst, da ich eigentlich keinen theaterpraktisch dringlichen Grund sehe, einer solchen Frage nachzugehen – die Theater kommen seit 20 Jahren gut ohne Werke aus diesem Fundus aus. Vereinzelte ...

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Opernwelt Jahrbuch 2020
Rubrik: Musiktheater in der DDR, Seite 136
von Thomas Wieck

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