Eine gewisse Affinität
Zwei Schwestern. Einander so ähnlich und doch so unterschiedlich. Was sie dennoch eint, ist die Fähigkeit, Bilder zu kreieren, tatsächliche und imaginäre. Und ganz gewiss steckt dem Kino das illusionistische Musiktheater bereits in den Genen – was niemand so scharfsinnig erkannte wie Theodor W.
Adorno, als er, in Anlehnung an Nietzsche, bemerkte, in Wagners «Kunstwerk der Zukunft» ereigne sich die «Geburt des Films aus dem Geiste der Musik» – allerdings so, dass der im Bayreuther Festspielhaus avancierte Traum bereits vorwegnehme, was späterhin die Traumfabrik Hollywood, Inbegriff der Kulturindustrie, zu perverser Perfektion bringen würde. So prophetisch die Analyse sein mag, und so berechtigt die Kritik – beide Kunstformen haben in mannigfaltiger Weise voneinander profitiert
Konkurrenz der Medien
«Der Kinematograph […] wird vielleicht das Theater aus den Köpfen und Herzen der Menschen verdrängen. Wir wissen es nicht.» Diese Äußerung des französischen Komponisten Paul Dukas in einem Interview aus dem Jahr 1912 zeigt deutlich genug, dass das seinerzeit im Aufbruch befindliche Kino von den Opernschaffenden als Gefahr und Bedrohung wahrgenommen wurde. Dukas scheint zumindest nicht ...
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Opernwelt Jahrbuch 2020
Rubrik: Oper und Film, Seite 100
von Arne Stollberg
Es gibt Begegnungen, die den Lauf eines ganzen Lebens prägen können. Für Helen Donath waren das ein Treffen in Texas und eine Bekanntschaft in Hannover. Immer wieder erzählt die in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsene Sopranistin von einem Gespräch mit dem Bariton George London in ihrer Heimatstadt Corpus Christi, das den Wunsch befeuerte, ihr Sängerglück in...
Seit die Opéra de Lyon 2009 zum ersten Mal Klimabilanz zog, ist das Interesse an ökologischem Wirtschaften in Kulturinstitutionen stetig gewachsen. Ein Haus wie die Göteborgs Operan stellt inzwischen sämtliche Arbeitsbereiche auf den Prüfstand – von der Stromversorgung oder dem Kulissenbau und Kantinenangebot bis zur Reisepraxis und Schwarzlicht-Schminke. Auch am...
Wenn der 1987 verstorbene US-amerikanische Schriftsteller James Baldwin in diesen Tagen eine Renaissance erlebt und seine Bücher wieder massenhaft gelesen werden, dann hat das einen tieferen Grund. Baldwin war der festen Überzeugung, Geschichte sei nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart. Der alltägliche Rassismus in den Vereinigten Staaten von Amerika und auch...
