Auf jeden Fall mit Überseekoffer
Sieh an: Reisen ist nicht wie Fahrradfahren. Kaum bleibt man mal drei Monate zu Hause – zum Beispiel wegen einer Pandemie – ist die Jetset-Souveränität wie weggeblasen. Plötzlich kann man in der Nacht vorm ersten Flug vor Aufregung nicht schlafen und packt für vier Tage Köln den großen Überseekoffer.
Freiberufler in der Musikbranche müssen halt dahin, wo es noch Arbeit gibt, auch wenn die Fallzahlen in die Höhe schießen und man noch am Reisetag nicht sicher ist, ob die entsprechende Veranstaltung wirklich stattfinden kann. Man gewöhnt sich an die Unplanbarkeit.
Ans Testen auch. Seit Ende letzten Jahres verlangen viele Länder eine negative PCR, die man sich in Großbritannien von privaten Anbietern besorgen muss. Wir probieren es zunächst mit DIY. Umgerechnet 280 Euro kostet der Heimtest pro Person mit «Fit-to-Fly»-Garantie. Der Corona-Kit plumpst in auffällig unauffälliger Verpackung durch den Briefschlitz: Die Firma – sie heißt «Better2Know» – ist in normalen Zeiten auf die Diagnose von Geschlechtskrankheiten spezialisiert. Dass ein postalisches Verfahren kurz vor Weihnachten nicht gut geht, hätte man sich vielleicht denken können. Trotz Priority-Service und Tracking weiß 24 ...
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Opernwelt März 2021
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Wiebke Roloff Halsey
JUBILARE
Yuri Simonov kam in Saratow an der Wolga zur Welt. Er studierte am Leningrader Konservatorium bei Nikolai Rabinowitsch und begann seine Karriere als Assistent Jewgeni Mrawinskis bei den Leningrader Philharmonikern. Sein Erfolg beim Dirigentenwettbewerb der Accademia Santa Cecilia in Rom 1968 bescherte ihm ein Jahr später die Einladung ans Moskauer Bolschoi...
Man kann Geschichten immer wieder neu und anders erzählen. Selbst bei einer Oper, die alle zu kennen glauben, ist das möglich, in diesem Fall Gioachino Rossinis Buffa «Il barbiere di Siviglia». Für die Produktion der Norske Opera Oslo, die im November 2020 Premiere hatte, war die Regisseurin Jetske Mijnssen verantwortlich, mit der ich zuletzt bei Giovanni Legrenzis...
In den vergangenen Monaten musste ich häufiger an Antonio denken. An die Worte, mit denen jenes Stück beginnt, das ihn zur Titelfigur krönt, dessen wichtigster Protagonist aber nicht der «Kaufmann von Venedig» ist, sondern sein Gegenspieler Shylock. «Ich weiß wirklich nicht, was mich so traurig macht», sagt Antonio im Gespräch mit seinen Freunden Salerio und...
