Auf Höhenflug

Countertenöre können mehr als Kastraten ersetzen. Viele Komponisten lassen sich inspirieren vom Klang hoher Männerstimmen. Klaus Kalchschmid hat mit vielen von ihnen gesprochen un und stellt eine Bestandsaufnahme zusammen.

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Einen Exotenbonus bekommen sie heute nicht mehr. Anzahl, sängerische Qualität und Variationsbreite innerhalb des Stimmfachs der Countertenöre nehmen stetig zu. An fast jedem Stadttheater trat schon einmal ein Counter in einer tragenden Rolle auf. Vorbei sind die Zeiten, als ein «Falsettist», der die Aufnahmeprüfung an einer Hochschule mit Bravour bestand, nicht zum Studium zugelassen werden konnte, weil niemand im Stande war, ihn zu unterrichten.

Dennoch herrscht noch immer eine biblische Sprach- und Begriffsverwirrung, wie denn die höchsten Männerstimmen zu bezeichnen seien – und dies jenseits von Tonumfang, Timbre oder Repertoire: Falsettist, Countertenor, contre-ténor, ­tenorino, tenor-­altino, Altus, Contralto oder gar Haute-contre – bekanntermaßen auch der Name für den hohen Tenor der französischen Oper des 18. Jahrhunderts. Ob lateinisch oder italienisch, deutsch oder französisch: kein CD-Booklet, das hier nicht ins Schwimmen geriete. Und wenn gar von einem Countertenor als Mozarts  Idamante im «Idomeneo» von 1781 die Rede ist (den er für den Kastraten Vincenzo Dal Prato komponierte), dann ist das Chaos perfekt.
Ein Missverhältnis herrscht zwischen der mittlerweile ...

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Opernwelt Juni 2007
Rubrik: Thema, Seite 34
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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