Auf Goldsuche
Pforzheim feiert, mit gutem Grund. Man begeht den 250. Jahrestag der Eröffnung einer Uhrenmanufaktur. Lange Zeit war die Stadt im Schwarzwald ein Zentrum der Schmuckproduktion. Doch die meisten Jobs in dieser Industriesparte wurden seit den 1980er-Jahren abgebaut. Die Arbeitslosenquote ist die höchste in Baden-Württemberg.
Das hat Auswirkungen auch auf das Städtische Theater: Die Besucherzahlen sanken in den letzten zehn Jahren von 142 000 auf 100 000. Die Menschen haben weniger Geld in der Tasche.
Zudem stammt ein großer Teil der Bevölkerung aus Kulturen, in denen Theater und Oper nicht genuin verankert sind; mehr als die Hälfte hat einen Migrationshintergrund.
Thomas Münstermann, seit 2015 Intendant des Theaters, ist sich der Schwierigkeit der Lage bewusst: «Was man in Pforzheim erlebt, ist wie eine Laborsituation für den gesellschaftlichen Wandel im ganzen Land.» Um die Identifikation der Bevölkerung mit dem Haus zu stärken, setzt Münstermann auf das Ensemble. Sängerinnen und Sänger, die fest an einem Haus sind, werden zu bekannten Gesichtern, für die man sich in der Stadt interessiert. Und noch etwas ist Münstermann und seinem GMD Markus Huber wichtig: Qualität. Beleg hierfür ...
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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Thomas Rothkegel
Ein Markenzeichen des 1977 von Gian Carlo Menotti gegründeten US-Ablegers des Spoleto Festivals ist die Spannweite seines Programms. Neben Mainstream-Stücken werden jedes Jahr Trouvaillen aus vorklassischer Zeit und Musik der Gegenwart geboten. In der vorletzten Saison etwa präsentierte man Francesco Cavallis «Veremonda» und ein druckfrisches Opus des chinesischen...
Kitsch, lässt Pascal Mercier in «Nachtzug nach Lissabon» seinen Goldschmied der Worte, Amadeu Prado, formulieren, sei das tückischste aller Gefängnisse. Denn die Gitterstäbe seien mit dem Gold vereinfachter, unwirklicher Gefühle verkleidet, sodass man sie für Säulen eines Palasts halte. Unwirkliche, geborgte Gefühle sind auch das «Arbeitsmaterial» des...
Die Botschaft des Covers kommt an: Schau mir in die Augen, Kleiner! Machen wir gerne, Carolyn Sampson. Hören aber lieber zu, wenn die Sopranistin sich, in einem Live-Mitschnitt eines Konzerts in der Londoner Wigmore Hall, an Stücken von Henry Purcell, Giovanni Battista Draghi, Francesco Corbetta und Thomas Simpson ergötzt. Sie tut es mit britischer Dezenz,...
