Foto: Sandra Hastenteufel

Apropos... Alte Musik

Beinahe wäre auch Innsbruck von der Fusionitis erfasst worden. Die Festwochen der Alten Musik, von René Jacobs berühmt gemacht, dann finanziell ins Straucheln geraten, hätte die Politik gern ins Tiroler Landestheater eingegliedert. Doch die Kunst rebellierte, nun gibt es eine eigenständige Tochtergesellschaft. Für Barockspezialist ALESSANDRO DE MARCHI der entscheidende Grund zu bleiben, sein Vertrag geht nun bis 2021

Opernwelt - Logo

Herr De Marchi, was hat sich geändert durch die neue Organisation?
Nichts. Wir genießen weiterhin totale Freiheit. Die Situation ist wie in der Vergangenheit: Wenn die große Opernproduktion ein bisschen umfangreicher und aufwändiger ist, müssen wir die anderen Produktionen etwas kleiner gestalten oder gegebenenfalls eine weglassen. Wir haben weiterhin einen eigenen Budgetkreislauf. Sonst hätte ich meinen Vertrag gar nicht verlängert. Auch mein Titel wurde zur Klarstellung verändert, ich bin jetzt Intendant.

Haben Sie um den Fortbestand des Festivals gefürchtet?
Nein. Und was mich persönlich betrifft: Die Politik wollte ja unbedingt meinen Vertrag verlängern, egal, welche Rechtsform gefunden wird. Das war für mich ein Zeichen, dass mir vertraut wird – und das Festival Bestand hat.

Wie stimmen Sie sich mit Johannes Reitmeier ab, dem Intendanten des Landestheaters?
Als wir zum Beispiel ein Stück aus dem frühen 19. Jahrhundert planten, habe ich das rechtzeitig signalisiert. Ansonsten gibt es keine Überschneidungen. Abgesehen davon: Das Publikum freut sich doch auch über Vergleiche, das ist in München oder Berlin normal.

«Ulisse» ist im Vergleich zu anderen Innsbrucker Produktionen ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Markus Thiel

Weitere Beiträge
Mal ehrlich Juli 2017

Zu einem Auftritt an der Met habe ich’s nie gebracht. Ich glaube auch kaum, dass es noch dazu kommt. Macht nichts; wahrscheinlich kämen wir, die Met und ich, ohnehin nicht miteinander aus. Ich habe mir da das eine oder andere angesehen: Stets schien mir das Publikum sehr betagt und konservativ. Wer nicht schon nach ein paar Takten selig schlummerte, beschwerte sich...

Weichet, betrübte Schatten

Die Botschaft des Covers kommt an: Schau mir in die Augen, Kleiner! Machen wir gerne, Carolyn Sampson. Hören aber lieber zu, wenn die Sopranistin sich, in einem Live-Mitschnitt eines Konzerts in der Londoner Wigmore Hall, an Stücken von Henry Purcell, Giovanni Battista Draghi, Francesco Corbetta und Thomas Simpson ergötzt. Sie tut es mit britischer Dezenz,...

Wagemut und Spannkraft

Ein Markenzeichen des 1977 von Gian Carlo Menotti gegründeten US-Ablegers des Spoleto Festivals ist die Spannweite seines Programms. Neben Mainstream-Stücken werden jedes Jahr Trouvaillen aus vorklassischer Zeit und Musik der Gegenwart geboten. In der vorletzten Saison etwa präsentierte man Francesco Cavallis «Veremonda» und ein druckfrisches Opus des chinesischen...