Auf Forschungsreise

Luzern/Freiburg, Mozart/Coskun: Die Entführung aus dem Serail

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Noch ist Joachim Schlömer hauptamtlich Kurator von pvc Tanz Freiburg Heidelberg. Aber als Opern- und Schauspielregisseur hat er das Bloß-Choreografieren längst hinter sich gelassen, und deshalb braucht es einen nicht zu wundern, wenn die «Entführung aus dem Serail» Genregrenzen ignoriert und sich am Schluss als ein faszinierendes Forschungsprojekt erweist.

Als Bassa Selim macht sich Marianne Hamre jedenfalls von Anfang an eifrig Notizen in ein rotes Buch, und alles, was in den folgenden zweieinhalb Stunden um diese androgyne Autorität herum geschieht, dient allein einem wissenschaftlichen Ziel: nämlich herauszufinden, was mit den betroffenen Menschen in einer solchen Ausnahmesituation geschieht, welche Abhängigkeits- und Machtverhältnisse dabei entstehen, ob ein «normales» Leben nach einer überstandenen Entführung überhaupt noch vorstellbar ist.
Jens Kilian hat zu diesem Zweck hinter der Bühne einen Spiegel hochgezogen, der nicht nur das Publikum mit sich selbst konfrontiert, sondern auch allen Beteiligten ständig Einblicke in ihr eigenes Seelenleben gewährt. Davor hat der Regisseur, in Reih und Glied wie bei einem barocken Irrgarten oder in einem Schachspiel angeordnet, ...

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Opernwelt November 2008
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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