Auf der Kippe

De Fallas „La vida breve“ in Freiburg

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Eine zweite Heimat am Oberrhein: Dazu scheinen sich Basel und Freiburg für Calixto Bieito zu entwickeln. In der nächsten Spielzeit geht es mit Janáceks «Totenhaus» dort und Ligetis «Grand Macabre» hier weiter. Kurz nach der Baseler «Lulu» (OW 4/2009) indessen erst mal Manuel de Fallas «La vida breve» im Breisgau. Das bedeutet zunächst einen Umzug des knappen, diesmal ohne «Zugabe» gespielten Eineinviertelstünders aus Granada in eine südamerikanische Favela.

Die Armut dort scheint dem Regisseur heute eine angemessenere Elendsumgebung abzugeben als das spanisch-gitanische Original.
Rebecca Ringst hat eine drangvoll enge, waben- oder zellenartige Massenbehausung gebaut – nicht unähnlich der Wernicke’schen für seinen Bach-Kantaten-Abend, nur weit gröber gezimmert, weit roher, weit behelfsmäßiger, aus Sperrmüll, aus Holzresten. In dieser Enge brütet die Bedrohung, nistet potenzielle Gewalt, brodelt permanent eine ungute Stimmung. Lange jedoch herrscht, im schummrigen Halbdunkel  eine nicht recht durchschaubare, fast Bieito-untypische Ruhe. Schon hier spinnt der Regisseur die Fäden des Werks weiter. Dann kommt es doch zum unvermeidlichen Ausbruch – in den Tanzrausch, in die brutale ...

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Opernwelt Juli 2009
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Heinz W. Koch

Vergriffen
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