Liebe im Kopf

Defoorts „House of the Sleeping Beauties“ in Brüssel

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Die Sache ist heikel. Das Libretto nach einem Buch des japanischen Nobelpreisträgers Yasunari Kawabata erzählt die Geschichte eines Freudenhauses, das alten Männern ein besonderes Vergnügen bietet. Sie dürfen die Nacht im Bett mit einem sehr jungen, in Tiefschlaf versetzten, unbekleideten jungen Mädchen verbringen. Erlaubt sind keine Berührungen, nur Gedankenflüge. Aber die umfassen durchaus erotische, sogar Gewaltfantasien.


Komponist Kris Defoort und Regisseur Guy Cassiers, gemeinsam mit Marianne van Kerkhoven auch Librettisten, setzen das so zurückhaltend und diskret in Szene, als wollten sie demonstrativ jedem Gedanken an den Fall Dutroux, der sich keine 100 Kilometer entfernt von Brüssel zugetragen hat, einen Riegel vorschieben. Und doch bewahrt sie das nicht davor, bei den Besprechungen selbst in einem seriösen Medium wie Deutschlandradio mit Schlagzeilen wie «Japanischer Kinderschänder sucht Belgien heim» konfrontiert zu werden.
Dabei schlägt bei dieser Oper die bisweilen arg schwergewichtige philosophische Tiefe jede sexuelle  Leichtigkeit aus dem Feld. Die drei als sich steigernde Folge beschriebenen Nächte im Bett mit der schlafenden Schönheit lösen bei Yoshio, dem ...

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Opernwelt Juli 2009
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Dieter Lintz

Vergriffen
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