Auf dem Weg zur Meyerbeer-Renaissance?
Eigentlich ist es nur konsequent: Nachdem seit über dreißig Jahren praktisch alle ernsten Opern Rossinis eine vorher unvorstellbare Renaissance erlebt haben, nachdem auch weniger bekannte Titel von Donizetti wie «Maria Stuarda» oder «Roberto Devereux» mit einiger Regelmäßigkeit auf den Spielplänen erscheinen, war es eine Frage der Zeit, bis auch der dritte herausragende der kurz nach 1790 geborenen Opernkomponisten wieder zu szenischen Ehren kommen sollte.
Dennoch ist es selbst nach dem triumphalen Erfolg der Brüsseler «Hugenotten» noch zu früh, von einer (längst überfälligen und übrigens schon in den 1980er-Jahren nahe geglaubten) Meyerbeer-Renaissance zu sprechen.
Gleichwohl ist der entscheidende Anfang gemacht. Die Stärken der von Marc Minkowski und Olivier Py geleiteten Aufführung, aber auch manche in der allgemeinen Begeisterung nicht angesprochene Schwäche laden zum Nachdenken darüber ein, warum Meyerbeer in Zeiten der Rossini-Renaissance und des Donizetti-Revival weiter im Schatten stand, und was notwendig ist, auf diese herausragende Initiative weitere Aufführungen folgen zu lassen, die an das Niveau der Brüsseler Produktion anknüpfen können.
Von Gluck und Mozart her gedacht
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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: Aufführung des Jahres, Seite 16
von Anselm Gerhard
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