«Die Leidtragenden sind die Sänger»
Herr Klobucar, Sie haben an der Wiener Staatsoper 1133 Vorstellungen dirigiert. Sie gelten als Rekordhalter. Hat sich die Treue rentiert?
Eigentlich nicht (lacht). Ich habe wegen Wien viele andere Sachen abgesagt. An der Metropolitan Opera hätte ich viel mehr Wagner dirigieren können. Auch «Cavalleria rusticana» – und das noch dazu in der italienischsten Oper der Welt. Denn in der Met saßen damals nur Italiener! Nun gut, das wäre mir vielleicht ohnehin zu riskant gewesen. Übrigens sind bei den 1133 Vorstellungen die Ballettabende noch nicht mitgezählt.
In Wien haben Sie 56 verschiedene Opern dirigiert. War diese Repertoirebreite angestrebt?
Nein, das Haus hat das so verlangt. Ich hätte noch mehr dirigieren sollen. Zum Beispiel
«Daphne» von Strauss im Theater an der Wien. Das habe ich erst später in Nizza mit Cheryl Studer realisiert. Wenn Michael Gielen, der gleichfalls fest am Haus war, krank wurde, ging ich zu ihm ins Krankenhaus und ließ mir erklären, wofür ich einspringen sollte. Ich habe immer gut funktioniert.
Sie galten als der Lieblingsdirigent von Birgit Nilsson. Wie kam das?
Durch eine «Aida» am Theater an der Wien. Danach hat sie mich immer wieder verlangt. Als sie in ...
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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: Retrospektive, Seite 70
von Kai Luehrs-Kaiser
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