Attila besiegt die schwarzen Augen
Ochi Chernye», das Lied von den «Schwarzen Augen», dient nicht nur als Code, unter dem der sich als russischer Ballerino ausgebende Fred Astaire in «Shall We Dance» seine Ginger wiederfindet, sondern ist zugleich ein melancholischer Fokus russischer Identität.
So überrascht denn doch ein wenig, dass Ildar Abdrazakov mit dieser Nummer (vom Galakonzert unter Valery Gergiev auf dem Roten Platz in Moskau anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2018) bei YouTube deutlich weniger Aufrufe verzeichnet als mit dem «Mentre gonfiarsi l’anima» des Attila – der ersten Arie seines neuen Verdi-Solorecitals beim Gelblabel. Doch der Hunnenherrscher ist Abdrazakovs Karrieregarant. Mit ihm eröffnete er im vergangenen Jahr prestigeträchtig die neue Saison der Mailänder Scala; schon vor einigen Jahren hatte er in dieser Partie enormen Erfolg an der Metropolitan Opera in New York, damals unter Riccardo Muti. In diesem Album steht nun der neue musikalische Regent der Met, Yannick Nézet-Séguin, am Pult – allerdings nicht des Met-Orchesters, sondern des Orchestre Métropolitain de Montréal. Wobei Abdrazakov sich in seiner Interpretation von Attilas Traumsequenz mit dem Muskelspiel zurückhält, eher den ...
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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Gerhard Persché
alpha
01.12. – 21.45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert Bruckner: Symphonie Nr. 3
Lucerne Festival, 2005
arte
01.12. – 17.40 Uhr
Lucas Debargue spielt Saint-Saëns’ «Ägyptisches» Klavierkonzert
Dresdner Philharmonie, ML: de Billy
02.12. – 05.00 Uhr
Christmas in Vienna
Wiener Konzerthaus, 2014
Wiener Sängerknaben, Wiener Singakademie, ORF Radio-Symphonieorchester Wien
ML:...
Einer der herrlichsten Einstiege des Theaters findet sich in George Taboris schwarzhumorigen «Goldberg-Variationen». Auf einer schwarzen Leinwand erscheint in weißer Leuchtschrift der Satz «Gott ist tot. (Nietzsche)». Kurz darauf erlischt die Schrift. Pause, Dunkel. Dann erneut ein Satz, diesmal unterzeichnet vom Ausgelöschten höchstselbst: «Nietzsche ist tot.»...
Als «tragisch-satirische Oper» hat Schostakowitsch «Lady Macbeth von Mzensk» bezeichnet. Für die kaltblütige Mörderin bekannte er sogar «Sympathie», während er bestrebt gewesen sei, den sie «umgebenden Lebensverhältnissen einen finster-satirischen Charakter zu verleihen» – eine Selbstexplikation, die nicht dadurch ins Recht gesetzt wird, dass Stalin die musikalisch...
