Ausweglos

Schostakowitsch: Lady Macbeth von Mzensk
Frankfurt | Oper

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Als «tragisch-satirische Oper» hat Schostakowitsch «Lady Macbeth von Mzensk» bezeichnet. Für die kaltblütige Mörderin bekannte er sogar «Sympathie», während er bestrebt gewesen sei, den sie «umgebenden Lebensverhältnissen einen finster-satirischen Charakter zu verleihen» – eine Selbstexplikation, die nicht dadurch ins Recht gesetzt wird, dass Stalin die musikalisch grell überdrehte Groteske 1936, zwei Jahre nach ihrer Uraufführung, als «wirr und absolut unpolitisch» inkriminieren ließ.

In der Frankfurter Neuinszenierung impliziert Regisseur Anselm Weber eine doppelbödige Sicht, die den Blick auf beide Extreme schärft. Kaspar Glarner hat einen betongrauen, trichterförmigen Raum gebaut, mit einem aus dem Schnürboden hängenden überdimensionalen Vogelbauer als Liebes-Lotterbett – ein auswegloses Gefängnis, aus dem die frustrierte Katerina sich mittels einer VR-Brille in eine virtuelle Realität hinausträumt. Die Choristen tragen Strahlen-Schutzanzüge. Folkloristisches ist weitgehend ausgespart und schlägt nur am Rand durch – in der Figur des als Transvestit sich in Damenreizwäsche entblätternden Popen, der Hochzeitsfeier, der Polizei. Alle Beziehungen beruhen auf der Verbindung von ...

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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Uwe Schweikert

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