Apropos... Zukunftsmusik
Herr Ott, Sie lassen alles machen: Volksmusik, Installationen, eine rätoromanische Lesung, Literaturopern und Projekte, die a priori zu beschreiben schwerfällt.
So kann man es zusammenfassen. Diese Vielfalt ist nicht Zufall, sie ist Absicht.
Unter Ihren Vorgängern Hans Werner Henze und Peter Ruzicka vertrat die Biennale einen Werkbegriff, suchte nach neuen, kanonfähigen Stücken, die auch außerhalb des Festivals in anderen Inszenierungen nachgespielt werden könnten.
Genau.
Ein Lieblingsspruch von Manos ist: Wir wollen das eine tun und das andere nicht lassen. Also sprich: Was unsere geschätzten Vorgänger aufgebaut haben, die klar das Staatstheater im Blick hatten und dem Opernrepertoire neue Werke zuführen wollten, wollen wir auf keinen Fall aufgeben. Aber das ist nicht alles, was für uns heute unter Musiktheater läuft. Uns war wichtig, die ganze Fülle der Ausformungen, was heute Musiktheater sein kann, zuzulassen, bei aller Widersprüchlichkeit der Formen.
Trägt Ihre Biennale dennoch etwas zum Kanon bei?
Ich würde sagen, die Hälfte der 15 Arbeiten, die wir präsentieren werden, kann anderswo wieder aufgenommen werden. Es gibt auch fünf, sechs Koproduktionen, die ohnehin nachgespielt ...
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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Egbert Tholl
Die Komponistenprominenz gibt sich die Ehre: Aribert Reimann und Manfred Trojahn betreten das Landestheater Detmold, um einer Uraufführung beizuwohnen. Sie erleben eine Zeitreise zurück in die Welt um 1900. Der 1979 geborene Alexander Muno hat Gabriele d’Annunzios Drama «Sogno d’un mattino di primavera» (Traum eines Frühlingsmorgens) mit vielen Anklängen an den...
Als ob es eine tief strömende, die Richtung ändernde Bewegung gäbe, vertrauen Komponisten wie Michael Wertmüller, Toshio Hosokawa, Miroslav Srnka, Johannes Kalitzke in jüngster Zeit wieder der Narration in ihrem Musiktheater, nennen es gattungsgerecht Oper. Auch Hans Thomallas neues Werk «Kaspar Hauser», eine «Oper in drei Akten», schreibt und schreitet einen Weg...
Giuseppe Verdi, nach dem «Falstaff» als größter lebender Komponist angesprochen, soll darauf geantwortet haben: «Lassen Sie den großen Komponisten beiseite, ich bin ein Theatermann!» Als Carlo Maria Giulini und Claudio Abbado, zwei der profiliertesten Verdi-Dirigenten ihrer Generation, «Rigoletto» (1979) respektive «Un ballo in maschera» (1980) für die Deutsche...
