Apropos... Wettbewerbe

Zum zehnten Mal findet im September der 2002 von dem Unternehmer Manfred Wittenstein initiierte, privat geförderte Debut-Gesangswettbewerb statt. Clarry Bartha, die Künstlerische Leiterin, hat diesmal 41 junge Solisten nach Weikersheim eingeladen. Gefordert ist ein breites Repertoire: Beethoven, Oper, deutsches Lied, englische und amerikanische Songs, Zeitgenössisches (u. a. eine Neukomposition von Giorgio Battistelli). Begleitet werden sie in der neuen Tauber Philharmonie vom Philharmonischen Orchester Würzburg unter GMD Enrico Calessi

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Frau Bartha, haben Sie sich als angehende Sängerin für Gesangswettbewerbe interessiert?
Als ich in Italien studierte, in den frühen 1970er-Jahren, habe ich das ein paarmal ausprobiert. In zwei Fällen lief es sehr gut, in anderen schlecht. Ich habe dann schnell wieder damit aufgehört. Dieses Schaulaufen war nichts für mich.

Trotzdem: Waren diese Erfahrungen nützlich oder eher schädlich?
Wenn man unerwartet gewinnt, ist das natürlich ein tolles Gefühl. Aber damit hatte es sich dann auch.

Es gab damals hinterher keinerlei Feedback, Kritik, Tipps. Als ich die ersten Engagements bekam, spielte es keine Rolle, ob ich einen Preis gewonnen hatte oder nicht.

Wird die Bedeutung von Wettbewerben überschätzt?
Auf das Wie kommt es an. Wenn, um nur ein Beispiel zu nennen, in den Jurys immer dieselben Leute sitzen, ist das kein gutes Zeichen. Auch nicht, dass sich oft, wenn ein oder zwei «starke» Mitglieder ihre Meinung äußern, die anderen dem einfach anschließen. Es wird zu wenig offen diskutiert.

Bei der letzten Queen Sonja International Music Competition in Oslo wurden die Preise drei Baritonen zugesprochen, die Frauenstimmen gingen leer aus. Das hat einige Irritationen ausgelöst.
Zu den ...

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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Albrecht Thiemann

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