Apropos... Treue
Frau Frank, Theater lebt von Veränderung – hätten Sie lieber noch andere Engagements gehabt?
Nein. Ich war immer ganz glücklich hier. Als Ehefrau – mein Mann war Konzertmeister in Mannheim – und Mutter zweier Kinder gab es für mich noch ein anderes Leben. Wir hatten uns in Amerika kennengelernt und wollten keine Fernbeziehung führen. Ein paarmal gastierte ich anderswo und merkte, überall wird mit Wasser gekocht. Statt Träumen nachzurennen, blieb ich in Heidelberg, es war einfach ideal.
Was bedeutet es für eine Sängerin, in einem Ensemble alt zu werden?
Mit 40 wird das schwierig. Da will man immer noch jung sein, versucht mitzuhalten. Das ist das Alter, in dem viele Sänger ihren Job verlieren, weil sie diese Zeit nicht mit Contenance durchstehen können. Mit 50 ist man selbst erstaunt, was man noch kann und wie man noch aussieht und wie man noch klingt. Mit 60 schließlich wird man bewundert, dass man noch so fit ist. Dann ist es toll, alt zu werden. Nach der letzten Vorstellung von «Katja Kabanova», in der ich die Kabanicha sang, lud ich alle ein und hielt auch eine kleine Rede. Die Karriereleiter, wollte ich den jungen Kollegen vermitteln, geht nicht stets nach oben – manchmal ist ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 103
von Uwe Schweikert
60. Jahrgang, Nr 9/10
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752326
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Der Titel gibt die Richtung vor: «Schrei und Utopie» ist der im Wolke Verlag erschienene Band überschrieben, der – pünktlich zu dessen 80. Geburtstag – Essays von Nicolas Schalz aus den vergangenen 40 Jahren bündelt. In seiner Kontrastbildung verweist dieser Titel auf den dialektischen Grundansatz, dem das Denken des emeritierten Professors der Hochschule für...
Auch in Rheinsberg wirbt man wieder mit dem Hinweis, bei diesem Stück handele es sich um Napoleons Lieblingsoper. Das Prädikat ergäbe indes nur Sinn, wenn dem Mann ein gewisses Musikverständnis zugebilligt werden könnte. Doch damit war es nicht weit her – mögen seine Biografen auch Gegenteiliges behaupten. Napoleon pfiff manchmal ein Liedchen, traf aber dabei...
