Apropos... Treue
Frau Frank, Theater lebt von Veränderung – hätten Sie lieber noch andere Engagements gehabt?
Nein. Ich war immer ganz glücklich hier. Als Ehefrau – mein Mann war Konzertmeister in Mannheim – und Mutter zweier Kinder gab es für mich noch ein anderes Leben. Wir hatten uns in Amerika kennengelernt und wollten keine Fernbeziehung führen. Ein paarmal gastierte ich anderswo und merkte, überall wird mit Wasser gekocht. Statt Träumen nachzurennen, blieb ich in Heidelberg, es war einfach ideal.
Was bedeutet es für eine Sängerin, in einem Ensemble alt zu werden?
Mit 40 wird das schwierig. Da will man immer noch jung sein, versucht mitzuhalten. Das ist das Alter, in dem viele Sänger ihren Job verlieren, weil sie diese Zeit nicht mit Contenance durchstehen können. Mit 50 ist man selbst erstaunt, was man noch kann und wie man noch aussieht und wie man noch klingt. Mit 60 schließlich wird man bewundert, dass man noch so fit ist. Dann ist es toll, alt zu werden. Nach der letzten Vorstellung von «Katja Kabanova», in der ich die Kabanicha sang, lud ich alle ein und hielt auch eine kleine Rede. Die Karriereleiter, wollte ich den jungen Kollegen vermitteln, geht nicht stets nach oben – manchmal ist ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 103
von Uwe Schweikert
Frau Gürbaca, in seiner Studie über Luigi Cherubinis «Medée» vertritt Günter Ned die folgende These: «Im Augenblick, wo der Künstler ans Leben glaubt, verliert er die Kunst, und sie verlässt ihn.» Geben Sie ihm recht?
Im Gegenteil. Der Künstler muss, um Kunst machen zu können, leidenschaftlich im Leben stehen. Woher nimmt man sonst die Inhalte, wenn nicht aus dem,...
Es gibt Opernaufführungen, bei denen alles stimmt: rollengerechte Besetzung (vokal, physiognomisch), die musikalische Einstudierung und Leitung, ein treffendes Bühnenbild sowie eine Regie, die das Werk in seiner Essenz aufschließt. So gelingt es, dass eine Inszenierung zum Retter einer problematischen Oper wie «Das Wunder der Heliane» von Erich Wolfgang Korngold...
WAGNERSPECTRUM
Heft 1/2019 (15. Jahrgang) – Schwerpunkt: Siegfried Wagner
Königshausen & Neumann, Würzburg 2019; 352 Seiten, 24 Euro
Zum 150. Geburtstag Siegfried Wagners gratulierte Bayreuth mit zwei Aufführungen seiner Oper «An allem ist Hütchen schuld» (im Markgräflichen Opernhaus) sowie mit der Uraufführung «Siegfried» von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel (in...
