Apropos... Kulturen
Frau Said, Sie sprechen, neben Deutsch, fünf weitere Sprachen. Haben Sie auch eine emotionale Beziehung zur deutschen Sprache?
Natürlich. Ich war in Kairo in einem deutschen Kindergarten und danach auf der deutschen Schule der Borromäerinnen. Deutsch ist, neben Arabisch, meine zweite Muttersprache. Kinderlieder, Laternenfest, Weihnachtsfeier, ich war immer Teil der deutschen Kultur und wurde von deutschen Lehrern unterrichtet.
Wurde auf dieser katholischen Mädchenschule nur Deutsch gesprochen?
Alles wurde auf Deutsch unterrichtet – nur die Fremdsprachen nicht. Natürlich habe ich mit meinen ägyptischen Klassenkameradinnen in der Pause Arabisch gesprochen. Nur am Donnerstag, dem letzten Schultag einer Woche, war Arabisch ganz verboten, damit wir unser Deutsch weiter verbessern. Das wurde von den Lehrern auf dem Schulhof kontrolliert.
Welche Musik haben Sie an der Schule kennengelernt?
Klassische Musik – Bach, Schubert, Hugo Wolf. Aber wir haben im Musikunterricht auch Blues, Jazz und die Musik von Abba durchgenommen.
Kam auch arabische Musik vor?
In der Schule leider nicht, das fand ich sehr schade. Ich habe durch meinen Vater die arabische Musik der 1950er- und 1960er-Jahre ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Georg Rudiger
Am 27. März 2019 nahm Edita Gruberová am Münchner Nationaltheater ihren Abschied von der Bühne – als Elisabetta in Gaetano Donizettis «Roberto Devereux», die am Ende dieser Oper der Herrschaft entsagt. Der Thron einer Königin der Koloratur wurde frei und eine der derzeit weltweit gefeierten Vertreterinnen des virtuosen Sopranfachs machte sich bereit, diesen Thron...
Früher habe ich mich als freie Journalistin, Autorin und Freiberuflerin bezeichnet. Seit die Pandemie unser Leben beherrscht, gehöre ich zu den sogenannten Solo-Selbstständigen – ein Begriff, der mir vorher nicht geläufig war, aber eigentlich ziemlich klar benennt, was ich tue: Ich arbeite als freie Autorin alleine, auf eigenes Risiko. So traf mich Corona: mit...
Abhauen. Sagen, man ginge bloß mal um die Ecke, Zigaretten holen. Und nicht mehr heimkommen. Weg. Irgendwohin. Die Zurückgebliebenen würden später mit Glück ein paar Zettel finden mit bruchstückhaften Begründungen, eine Art Tagebuch, voll vom Schwanken zwischen Zweifel und Hoffnung, voller Skrupel und einem plötzlichen Entschluss. Und vielleicht stünde da etwas von...
