Apropos... Korrepetieren
Herr Gnann, ist das Korrepetieren eine gute Schule für Dirigenten?
Für mich auf jeden Fall. Ich komme vom Klavier. An diesem Instrument kann man die Architektur einer Partitur ziemlich gut erfassen. Als Dirigent fühle ich mich wohler, wenn ich die Töne selbst in der Hand hatte, bevor ich vor das Orchester trete. Es geht dabei nicht um eine perfekte Wiedergabe, sondern darum, Melodien, Harmonien, Rhythmen usw. selbst zum Klingen zu bringen, durch die Spielpraxis herauszufinden, wo die Töne hinwollen.
Arbeiten Sie mit Klavierauszügen oder spielen Sie direkt aus der Partitur?
Für Proben favorisiere ich Klavierauszüge, aus praktischen Gründen – man muss nicht so viel blättern, besonders in schnellen Passagen ist die Reduktion des Orchestersatzes sehr hilfreich. Wenn ich mich gründlich auf ein Stück vorbereite, benutze ich natürlich immer die Partitur.
Spielt man nach ein paar Jahren Erfahrung eigentlich alles vom Blatt?
(lacht) Es gibt Klavierauszüge, mit denen ich auf Anhieb weit komme, und solche, bei denen ich erst mal kein Land sehe. Aber ich habe auch gar nicht den Ehrgeiz, alles sofort spielen zu können: Vom Blatt kann man nicht wirklich interpretieren. Andererseits gehört das ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Albrecht Thiemann
Ein persönlicher Text von mir zu Darmstadt und zur Oper hat etwas von der Perspektive eines Scheidungskindes. Ich fühle mich wie ein Zögling beider ästhetischer Sphären, deren Beziehungsstatus gut mit dem Facebook-Begriff «it’s complicated» beschrieben werden könnte. Er ist voller Widersprüche. Deren genauere Betrachtung scheint jedoch interessant nicht bloß im...
Impressum
57. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752292
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 07.07.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Ein wenig muss man an die dekadente, mit Schmuck behängte Klytämnestra des Librettos denken, wenn man den Saal der Staatsoper Prag mit seiner Orgie goldüberzogener, spiegelglänzender Balkons betritt. In dem 1888 eröffneten Haus war die Dresdner Uraufführungsproduktion von 1909 schon ein Jahr später zu Gast, und nur ein Zerwürfnis des Intendanten Alfredo Neumann mit...
