Sorgfalt und Passion
Obwohl man sie auch als Pamina auf der Bühne erleben oder mit Gershwin-Songs hören kann, ist die niederländische Sopranistin Johannette Zomer vor allem in der Alte-Musik-Szene bekannt geworden. Sie war an Ton Koopmans Gesamtaufnahme der Bach-Kantaten beteiligt, auch mit Philippe Herreweghe hat sie verschiedentlich zusammengearbeitet.
Auf ihrer neuesten CD widmet sie sich gemeinsam mit dem 2013 von ihr gegründeten Tulipa Consort ausschließlich Werken Antonio Vivaldis: zwei Solomotetten, drei Arien aus dem Oratorium «Juditha triumphans» und der umfangreichen kantatenhaften Vertonung des Psalms «Laudate pueri» in c-Moll. Ergänzt wird das Programm um zwei Instrumentalsinfonien, mit denen das Tulipa Consort auf seiner ersten CD sich als stilsicheres und klangfarbenfrohes Ensemble präsentiert.
Johannette Zomers Stimme hat sich über die vielen Jahre, die die Sängerin schon an prominenter Stelle aktiv ist, ihre weiche Leuchtkraft bewahrt. In dieser Literatur vermag sie allerdings in hoch gelegenen Passagen, wie sie sich in der Motette «O qui coeli terraeque serenitas» RV 631 häufig finden, weniger zu überzeugen als in Stücken mit tieferer Tessitura. Erstaunlich gut gelingen ihr die beiden ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Thomas Seedorf
Man muss sie mögen, die Oper unter freiem Himmel. Tut man das aber, findet man sich ab mit wenig bequemen Sitzgelegenheiten, unfreundlichen Temperaturen und plaudernden Nachbarn. Auch mit dem blechernen Klang des Orchesters, das sich über eine verhältnismäßig bescheidene Verstärkeranlage bemerkbar macht, und dem ebenfalls verstärkten Darsteller, der rechts singt,...
Zur wachsenden Zahl von Sommeropern nach dem Modell Glyndebournes gehört auch das Longborough Festival in Gloucestershire, das auf die private Initiative eines musikbegeisterten Ehepaars zurückgeht. Mit Banks Fee erwarben Martin und Lizzie Graham eine attraktive Kulisse – ein Landhaus mit Blick über das Dorf Longborough und die sanften Hügel der Cotswolds. 1991...
Herr Gnann, ist das Korrepetieren eine gute Schule für Dirigenten?
Für mich auf jeden Fall. Ich komme vom Klavier. An diesem Instrument kann man die Architektur einer Partitur ziemlich gut erfassen. Als Dirigent fühle ich mich wohler, wenn ich die Töne selbst in der Hand hatte, bevor ich vor das Orchester trete. Es geht dabei nicht um eine perfekte Wiedergabe,...
