Apropos... Dresden
Stört es Sie, dass viele Politisches zu Israel von Ihnen hören wollen?
Das war anfangs so und für mich sehr schwer. Ich mag vieles an diesem wunderbaren Land, aber ich habe auch mit vielen Dingen Probleme. Ich fühle mich als Teil der Opposition. Aber so kann man eigentlich nur in Israel selbst auftreten, nicht außerhalb. Also spreche ich lieber über soziale Projekte wie «Save a child’s heart», das sich um herzkranke Kinder kümmert und dessen Botschafter ich bin.
Vor allem aber über «Sarab», eine Initiative, die jungen Beduinen, eine der ärmsten Gruppen Israels, mit musikalischer Ausbildung Perspektiven bieten will. Ich habe das mitgegründet.
Daniel Barenboim, dessen Assistent Sie waren, macht überall Opposition gegen Israel. Ist das sein Privileg als Elder Statesman der Dirigenten?
Das ist bei ihm eine andere Geschichte. Er ist zwar israelischer Staatsbürger, aber seine Familie lebt nicht dort. Meine schon. Eine nicht unwichtige Kleinigkeit.
Haben junge Dirigenten ein Problem, weil Traditionsorchester blocken?
Das habe ich nie erlebt. Vielleicht hatte ich Glück. Und, da muss ich auch meinem Agenten danken: Ich konnte immer die für mich richtigen Stücke machen. In Dresden habe ich mit ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 103
von Markus Thiel
Sie war vielleicht die letzte echte Hochdramatische des Wagner- und Richard-Strauss-Fachs. Um ihr hohes C musste man nie zittern, und wenn sie auf der Bühne stand, ging stets eine unverwechselbare Aura von ihr aus. Dass Ute Vinzing, 1936 in Wuppertal geboren, am 9. September bereits ihren 80. Geburtstag feiert, wollen wir kaum glauben.
Ihre Karriere begann in der...
Bernd Alois Zimmermanns «Soldaten» am Teatro Colón – das hat es noch nie gegeben. Eine Erstaufführung, nicht nur in Buenos Aires und Argentinien, sondern in ganz Südamerika. Die Einzigartigkeit, die außergewöhnliche Qualität dieses Ereignisses kann man nicht genug betonen. Und seine Tragweite besser verstehen, wenn man es aus der Geschichte des Hauses betrachtet.
S...
Herr Carreras, war die zweite und letzte Vorstellung von «El Juez» in Wien eigentlich Ihr letzter Auftritt auf der Opernbühne?
Wer sagt das?
Nun, in Ihrem offiziellen Terminkalender tauchen keine Folgeprojekte auf.
Ach, wer weiß. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, etwas in dieser Art zu singen, eine Oper, in deren Entstehung ich von Beginn an einbezogen bin, bei der...
