Apropos... Absagen
Frau Yoncheva, von einigen Beobachtern werden Sie schon als «neue Netrebko» gehandelt. Schmeichelhaft oder beängstigend?
Weder noch. Anna Netrebko halte ich für einzigartig. Sie hat ihre DNA und ich die meine. Ich bewundere die Stärke, mit der sie es in diesem Beruf bislang ausgehalten hat. Immer neu zu sein und sich dabei treu zu bleiben, ist schwer. Man muss harte Entscheidungen treffen. Am Ende kommt es auf den eigenen Instinkt an.
Welche harten Entscheidungen haben Sie treffen müssen?
Absagen! Zum Beispiel Fiordiligi in München und Lucia di Lammermoor in Zürich. Meine Stimme ist schwerer geworden, ich habe diese Rollen aufgegeben. Auch Musetta ist vorbei. Das Risiko als Sängerin besteht immer darin, Menschen zu enttäuschen. Wir sollen die Besten sein, und zwar jeden Abend. Aber die Wahrheit ist, dass die Stimme dem Körper folgt.
Wie hat sich die Stimme nach der Geburt Ihres Sohnes verändert?
Sie hat Fleisch bekommen und ist dunkler geworden. Das ist schon auf der CD zu hören, die zu Beginn der Schwangerschaft aufgenommen wurde. Vorher war ich jugendlich-lyrischer Sopran. Jetzt bin ich vollkommen lyrisch ...
Würden Sie gern Rollen, die auf Ihrer kürzlich erschienenen Debüt-CD (siehe ...
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Opernwelt April 2015
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser
An vier Abenden und vier verschiedenen Orten spielte das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg im September 2012 «Moses und Aron»: in der Berliner Philharmonie, im Kultur- und Kongresshaus Luzern, «zu Hause» im Konzerthaus Freiburg, schließlich im Palais de la Musique et des Congres Strasbourg. Die von Sylvain Cambreling, dem langjährigen Chefdirigenten...
Streng abgezäunt sind die drei Biotope, und in allen wird reich geerntet. Hier die Bayerische Staatsoper mit ihren kulinarischen Stückbefragungen und dem weltklassigen musikalischen Niveau, dort das Gärtnerplatztheater, Münchens klingende Volksbühne – und dann gibt es noch die Bayerische Theaterakademie, die regelmäßig mit ihren Ausgrabungen Neugier weckt. Etwa mit...
Der Befund ist kaum neu: So wie das Schauspiel immer weniger seinen Texten vertraut und durch den Griff der Protagonisten nach dem obligatorischen Mikrofon zum Musiktheater wird, so wird in der Oper der Vertrag mit der Partitur brüchiger. Solange aber Uraufführungen als Auftragswerke in den herkömmlichen Opernbauten und unter den üblichen Bedingungen genormter...
