Apropos... Absagen

SONYA YONCHEVA, geboren 1981 in Plovdiv, gewann 2010 den Operalia-Wettbewerb und pendelt seitdem zwischen den großen Opernhäusern in London, New York, Paris, München und Berlin. Doch die derzeit überall angesagte Sopranistin kann auch entschieden «Nein» sagen

Opernwelt - Logo

Frau Yoncheva, von einigen Beobachtern werden Sie schon als «neue Netrebko» gehandelt. Schmeichelhaft oder beängstigend?
Weder noch. Anna Netrebko halte ich für einzigartig. Sie hat ihre DNA und ich die meine. Ich bewundere die Stärke, mit der sie es in diesem Beruf bislang ausgehalten hat. Immer neu zu sein und sich dabei treu zu bleiben, ist schwer. Man muss harte Entscheidungen treffen. Am Ende kommt es auf den eigenen Instinkt an.



Welche harten Entscheidungen haben Sie treffen müssen?
Absagen! Zum Beispiel Fiordiligi in München und Lucia di Lammermoor in Zürich. Meine Stimme ist schwerer geworden, ich habe diese Rollen aufgegeben. Auch Musetta ist vorbei. Das Risiko als Sängerin besteht immer darin, Menschen zu enttäuschen. Wir sollen die Besten sein, und zwar jeden Abend. Aber die Wahrheit ist, dass die Stimme dem Körper folgt.

Wie hat sich die Stimme nach der Geburt Ihres Sohnes verändert?

Sie hat Fleisch bekommen und ist dunkler geworden. Das ist schon auf der CD zu hören, die zu Beginn der Schwangerschaft aufgenommen wurde. Vorher war ich jugendlich-lyrischer Sopran. Jetzt bin ich vollkommen lyrisch ...

Würden Sie gern Rollen, die auf Ihrer kürzlich erschienenen Debüt-CD (siehe ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2015
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser

Weitere Beiträge
Reifen

Frau Schneider, wie kam es eigentlich zum Fachwechsel?
Das hat sich so ergeben, da bin ich reingewachsen. Ich dachte immer, ich singe die Königin, bis ich 50 bin ... Die Stimme hat sich allerdings anders entwickelt, und ich bin gottfroh darüber. Die Donna Anna in Stuttgart wollte ich damals adäquater singen, breiter, dicker im Ton. Das war der erste Schritt. Noch...

Es ist serviert

Drei abgehackte Köpfe, damit haben wir gerechnet, summa summarum. Wer auszieht zu dreimal «Salome», muss sich schließlich auf eine gewisse Anzahl Kunststoffleichenteile gefasst machen. Aber es werden fünf. Und drei davon gehören nicht Jochanaan.

An Coburg liegt es nicht. Hier wird solide am Libretto entlang erzählt, und auf dem Höhepunkt gibt’s Jochanaans bleiches...

Bloß keine Schnellschüsse

Frau Wagner, im Internet gibt es eine Aufnahme, da singen Sie Puccinis «O mio babbino caro», und beim ersten «Si, si» passiert’s: Sie verlieren diesen Riesenohrring ...
Und meine Schreckgrimasse schwirrt jetzt auf ewig im Internet herum (lacht). Das Ding war einfach zu schwer! Bei solchen Missgeschicken gilt: Weitersingen ist alles! Man muss spontan sein.

Die...