Appetitmacher
Man staunt: Paul Abraham hat hier 1934 fast pures Frauentheater geschrieben. Nahezu alles, was die Handlung geschäftlich oder erotisch bewegt, wird in diesem sarkastischen Märchen von zarter und dennoch meist resoluter Hand gesteuert. Vielleicht haben der Komponist und seine Librettisten sich dabei im Umfeld beginnender antijüdischer Repressalien, von denen sie alle betroffen waren, auch persönlich eine Welt geträumt, in der es empathischer zugehen könnte als in ihrem realen Dasein. Für den Moment allerdings begegneten sie der Situation mit gesteigerter komödiantischer Kreativität.
So versetzten sie die Wurzeln eines ins Exil getriebenen Adelsclans um die Infantin Isabella, gleichermaßen im Abstieg begriffen wie das titelgebende Hotel, nach Spanien und damit in ihre unmittelbare Gegenwart – die dortige Monarchie hatte 1931 tatsächlich abdanken müssen; vor allem aber verkoppelten sie diesen Plot mit einer Parallelhandlung im fernen Hollywood, wo die tränenfeuchte Vertreibungsstory kinematographisch ausgebeutet werden soll.
So gibt es nun gleich zwei Undercover-Missionierende: neben der Filmagentin einen vorerst als Zimmerkellner maskierten neureichen Bürgerspross, der sich der ...
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Opernwelt Februar 2026
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Gerald Felber
Ist es möglich, denkbar, fühlbar? Eine Liebe, so glühend und intensiv, so weitreichend und existenziell, dass die Dichterin sie mit einer Farbe vergleicht, die es eigentlich gar nicht gibt? Wohl nur die (deutsche) Romantik vermochte solche Extreme zu formulieren, in ihrer Sehnsucht nach dem Unendlichen. Karoline von Günderode, die Frühvollendete (gerade mal 26...
Nein, es ist nicht der Dichter, der spricht. Es ist der Komponist. Leise, eindrücklich, leicht schnarrend klingt seine Stimme, und was sie sagt, reicht tief, zum Kern (und in die Katakomben) der Condition humaine. György Kurtág rezitiert Gedanken des ungarischen Reformators, Philosophen und Sophokles-Übersetzers Péter Bornemisza, es ist der Prolog zu einer 2017 in...
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Tschaikowsky, Eugen Onegin: 7. (P), 13., 28. ML: Ward, I: Stoiber, B+K: Hertel, C: Einarsson, S: Popova, Akbari, Kidwell, Chekmareva, Ruvalcaba, Macías, Winckhler, Tsanaktsidis,...
