Alles oder nichts
Wie fang’ ich nach der Regel an?» – so wohl mochte sich Fulvio Adamo Macciardi mit den Worten des Walther von Stolzing gefragt haben, als er seine erste Spielzeit als Intendant des Teatro di San Carlo plante. Schließlich war der Berufung des Kulturmanagers an das Traditionshaus in Neapel eine auch für italienische Verhältnisse ungewöhnlich chaotische Politposse vorausgegangen.
Sein Vorgänger Stéphane Lissner wurde als Folge eines durch die Administration von Giorgia Meloni eilig erlassenen Dekrets vor Ende seiner Amtszeit aus der Verantwortung gedrängt: Die neue Regelung setzt der Leitung öffentlicher Kulturinstitutionen mit Vollendung des 70. Lebensjahrs ein Ende. Carlo Fuortes, der Regierung nicht mehr genehmer Chef des öffentlich-rechtlichen Rundfunks RAI, wurde auf den Posten weggelobt. Lissner klagte gegen seine Entlassung, bekam Recht und wurde wieder eingesetzt. Fuortes ging stattdessen an den Maggio Musicale in Florenz. Nach dem juristisch wasserdicht termingerechten Abschied Lissners konnte Macciardi im Dezember seine erste Serata inaugurale herausbringen – jene Eröffnungspremiere der Saison, die nur vom entsprechenden gesellschaftlichen Großereignis der Mailänder Scala in ...
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Opernwelt Februar 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Peter Krause
Solch poesiegeladenes Lob ist selten: «Laura füllt schauspielerisch wirklich alles aus, sie könnte sogar ein Schnitzel spielen.» Sagt Chordirektor Joseph Feigl, ein gemütlicher Schnurrbartträger mit vergnügt funkelnden Augen und meint Laura Scherwitzl, die gerade für das Kinderstück «Bübchens Weihnachtstraum» von Engelbert Humperdinck auf der Bühne stand. Mit viel...
Aus Romanen kennt man die verräterische Versicherung: «Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.» Bloß keine Schadensersatzforderungen, alles garantiert fiktiv! Eine ähnliche Schutzbehauptung würde heute wohl auch der Oper «La libertà contenta» (Die zufriedene Freiheit) von 1693 vorausgehen, dem siebten Gemeinschaftswerk des Komponisten und Diplomaten...
Männer sind einfach unersetzlich? Nun ja. Ob dem so ist oder nicht, liegt wohl in erster Linie an der Perspektive, aus der heraus man es betrachtet, also im Auge des oder der Betrachtenden. Die einen, zu denen vor allem Fans von Herbert Grönemeyer zählen, sagen so; die anderen, weit stärker einer evidenzbasierten Erkenntnis zugeneigt als dem Reich der blühenden...
