Alles oder nichts

Cherubinis «Medea» ist in Neapel musikalisch eine Offenbarung, szenisch allerdings von überschaubarem Niveau

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Wie fang’ ich nach der Regel an?» – so wohl mochte sich Fulvio Adamo Macciardi mit den Worten des Walther von Stolzing gefragt haben, als er seine erste Spielzeit als Intendant des Teatro di San Carlo plante. Schließlich war der Berufung des Kulturmanagers an das Traditionshaus in Neapel eine auch für italienische Verhältnisse ungewöhnlich chaotische Politposse vorausgegangen.

Sein Vorgänger Stéphane Lissner wurde als Folge eines durch die Administration von Giorgia Meloni eilig erlassenen Dekrets vor Ende seiner Amtszeit aus der Verantwortung gedrängt: Die neue Regelung setzt der Leitung öffentlicher Kulturinstitutionen mit Vollendung des 70. Lebensjahrs ein Ende. Carlo Fuortes, der Regierung nicht mehr genehmer Chef des öffentlich-rechtlichen Rundfunks RAI, wurde auf den Posten weggelobt. Lissner klagte gegen seine Entlassung, bekam Recht und wurde wieder eingesetzt. Fuortes ging stattdessen an den Maggio Musicale in Florenz. Nach dem juristisch wasserdicht termingerechten Abschied Lissners konnte Macciardi im Dezember seine erste Serata inaugurale herausbringen – jene Eröffnungspremiere der Saison, die nur vom entsprechenden gesellschaftlichen Großereignis der Mailänder Scala in ...

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Opernwelt Februar 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Peter Krause

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