Amerikanisches Idyll
In dieser Saison feiert die San Francisco Opera glamourös ihr 100-jähriges Bestehen. Zur ersten Berührung mit dem Operngenre kam es in der Region im Zuge des sogenannten Gold Rush 1849; reisende Operntruppen halfen danach, das Interesse an der Gattung wachzuhalten. Allerdings bedurfte es eines aus Italien in die USA emigrierten Dirigenten, um 1923 eine feste Kompanie zu gründen. War Gaetano Merola (1881–1953) zunächst noch gezwungen, in öffentlichen Sälen zu arbeiten, konnte er mit seinem Ensemble bereits 1932 in das heutige War Memorial Opera House umziehen.
Den Auftakt bildete Puccinis «Tosca», die Titelpartie sang Claudia Muzio. Italienisches und französisches Repertoire dominierte die ersten Spielzeiten; Stars wie Beniamino Gigli, Tito Schipa und Giuseppe de Luca gaben sich die Ehre. Auch deutsche Opern fanden durch Sangesgrößen wie Friedrich Schorr, Maria Jeritza und Elisabeth Rethberg immer häufiger Beachtung. So verwundert es nicht, dass die San Francisco Opera unter der musikalischen Leitung von Artur Bodanzky (und mit Legenden wie Kirsten Flagstad, Lauritz Melchior und Friedrich Schorr) bereits 1935 den ersten «Ring» produzierte. Opernchef Merola, im Graben ein überaus ...
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Opernwelt 2023
Rubrik: Magazin, Seite 86
von David Shengold
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Auf der Bühne diesen Sommer bei den Salzburger Festspielen, als wir alle gemeinsam in Mozarts «Le nozze di Figaro» im zweiten Finale «Ah, tutti contenti saremo così» gesungen haben.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Dort, wo es am inspirierendsten ist: in der Natur. Umgeben von Vogelgesang, Farben, Düften, Bäumen, blauem...
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