Am Zweig der Erinnerung
Eine Ära war es nicht. Dennoch hat Albrecht Puhlmann es sich nicht nehmen lassen, zu seinem Abschied von der Staatsoper Stuttgart einen opulent gestalteten Bildband herauszugeben, der im Rückblick nochmals Höhe- und Tiefpunkte seiner fünfjährigen Intendanz dokumentiert.
Dass die Reflexion dabei nicht zu kurz kommt, dafür sorgen neben bilanzierenden Textbeiträgen seiner engeren Mitarbeiter zu den Produktionen der «Zeitoper» (Xavier Zuber) und der «Jungen Oper» (Barbara Tacchini) sowie zu den Programmen der von GMD Manfred Honeck verantworteten Sinfoniekonzerte (Josef Tichý) vor allem der Philosoph Christoph Türcke und der Schriftsteller Karl-Heinz Ott. Handelt es sich bei Türckes Aufsatz («Zurück zum Geräusch. Die sakrale Hypothek der Musik») um den Nachdruck eines (noch immer lesenswerten) älteren Textes, so fällt Ott (der Puhlmann seit ihrer gemeinsamen Basler Dramaturgenzeit eng verbundenen ist) die Aufgabe zu, das jeweils Besondere aus der ästhetischen Schnittmenge der mehr als 30 Opernproduktionen herauszufiltern. Dass bei diesem Streifzug («In den Schattenlandschaften der Aufklärung») Erfolge wie Misserfolge, Glück wie Enttäuschung unterschiedsloses Lob finden, liegt zwar ...
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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: Ach, Stuttgart, Seite 46
von Uwe Schweikert
Eigentlich ist es nur konsequent: Nachdem seit über dreißig Jahren praktisch alle ernsten Opern Rossinis eine vorher unvorstellbare Renaissance erlebt haben, nachdem auch weniger bekannte Titel von Donizetti wie «Maria Stuarda» oder «Roberto Devereux» mit einiger Regelmäßigkeit auf den Spielplänen erscheinen, war es eine Frage der Zeit, bis auch der dritte...
Der junge Händel hat während seines Rom-Aufenthalts 1707/08 zwei Oratorien komponiert: «Il trionfo del tempo e del disinganno» («Der Triumph von Zeit und Enttäuschung») und «La resurrezione» («Die Auferstehung»). Bekanntlich waren im päpstlichen Rom zu dieser Zeit private wie öffentliche Theateraufführungen verboten. Also tarnte man die Opern als geistliche...
Eine so vielseitige Spielzeit hat selbst Gerard Mortier in Brüssel nur selten hinbekommen: Neben der Uraufführung von Hosokawas «Matsukaze» (szenisch betreut von Sasha Waltz) sorgte La Monnaie 2010/11 für die glanzvolle Rehabilitierung von Meyerbeers «Les Huguenots»; Andrea Breth setzte sich erstmals mit Janácek auseinander; Romeo Castellucci gestaltete den...
