Am Zweig der Erinnerung
Eine Ära war es nicht. Dennoch hat Albrecht Puhlmann es sich nicht nehmen lassen, zu seinem Abschied von der Staatsoper Stuttgart einen opulent gestalteten Bildband herauszugeben, der im Rückblick nochmals Höhe- und Tiefpunkte seiner fünfjährigen Intendanz dokumentiert.
Dass die Reflexion dabei nicht zu kurz kommt, dafür sorgen neben bilanzierenden Textbeiträgen seiner engeren Mitarbeiter zu den Produktionen der «Zeitoper» (Xavier Zuber) und der «Jungen Oper» (Barbara Tacchini) sowie zu den Programmen der von GMD Manfred Honeck verantworteten Sinfoniekonzerte (Josef Tichý) vor allem der Philosoph Christoph Türcke und der Schriftsteller Karl-Heinz Ott. Handelt es sich bei Türckes Aufsatz («Zurück zum Geräusch. Die sakrale Hypothek der Musik») um den Nachdruck eines (noch immer lesenswerten) älteren Textes, so fällt Ott (der Puhlmann seit ihrer gemeinsamen Basler Dramaturgenzeit eng verbundenen ist) die Aufgabe zu, das jeweils Besondere aus der ästhetischen Schnittmenge der mehr als 30 Opernproduktionen herauszufiltern. Dass bei diesem Streifzug («In den Schattenlandschaften der Aufklärung») Erfolge wie Misserfolge, Glück wie Enttäuschung unterschiedsloses Lob finden, liegt zwar ...
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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: Ach, Stuttgart, Seite 46
von Uwe Schweikert
Eine Ära war es nicht. Eher eine Lehrzeit. Albrecht Puhlmann würde sicher vieles anders machen, wenn er in Stuttgart noch mal als Intendant anfangen könnte. Nun ist aber nach fünf Jahren Schluss. Was niemand vermutet hätte, als der gelernte Dramaturg (und in Basel wie Hannover erfolgreiche Opernchef) sein Amt antrat. Der folgende Beitrag versucht, eine faire Bilanz...
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Prima la Musica? Erst kommen Klangvorstellungen: Einfälle zu Instrumentation, Melodie, Harmonik. Dann sucht Wolfgang Rihm die passenden Textpassagen dazu. So jedenfalls war es bei «Dionysos», einer «Opernphantasie», die bei den Salzburger Festspielen herauskam und nun zur «Uraufführung des Jahres» gewählt wurde. Wobei die Musik natürlich ihrerseits ohne Anstöße...
