Am Zweig der Erinnerung
Eine Ära war es nicht. Dennoch hat Albrecht Puhlmann es sich nicht nehmen lassen, zu seinem Abschied von der Staatsoper Stuttgart einen opulent gestalteten Bildband herauszugeben, der im Rückblick nochmals Höhe- und Tiefpunkte seiner fünfjährigen Intendanz dokumentiert.
Dass die Reflexion dabei nicht zu kurz kommt, dafür sorgen neben bilanzierenden Textbeiträgen seiner engeren Mitarbeiter zu den Produktionen der «Zeitoper» (Xavier Zuber) und der «Jungen Oper» (Barbara Tacchini) sowie zu den Programmen der von GMD Manfred Honeck verantworteten Sinfoniekonzerte (Josef Tichý) vor allem der Philosoph Christoph Türcke und der Schriftsteller Karl-Heinz Ott. Handelt es sich bei Türckes Aufsatz («Zurück zum Geräusch. Die sakrale Hypothek der Musik») um den Nachdruck eines (noch immer lesenswerten) älteren Textes, so fällt Ott (der Puhlmann seit ihrer gemeinsamen Basler Dramaturgenzeit eng verbundenen ist) die Aufgabe zu, das jeweils Besondere aus der ästhetischen Schnittmenge der mehr als 30 Opernproduktionen herauszufiltern. Dass bei diesem Streifzug («In den Schattenlandschaften der Aufklärung») Erfolge wie Misserfolge, Glück wie Enttäuschung unterschiedsloses Lob finden, liegt zwar ...
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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: Ach, Stuttgart, Seite 46
von Uwe Schweikert
Schon während der gemeinsamen Arbeit an «Elektra» war es für Richard Strauss klar, dass er die Partnerschaft mit dem Dichter Hugo von Hofmannsthal fortsetzen würde. Dieser war seinerseits von der Aussicht, ins Musiktheater hineinwirken zu können, sehr angetan. Allerdings hatte er die Vorstellung, wie im Fall «Elektra» die Stücke erst einmal für die Sprechbühne zu...
Eine so vielseitige Spielzeit hat selbst Gerard Mortier in Brüssel nur selten hinbekommen: Neben der Uraufführung von Hosokawas «Matsukaze» (szenisch betreut von Sasha Waltz) sorgte La Monnaie 2010/11 für die glanzvolle Rehabilitierung von Meyerbeers «Les Huguenots»; Andrea Breth setzte sich erstmals mit Janácek auseinander; Romeo Castellucci gestaltete den...
Nicht nur Verdi und Wagner haben viel von ihm gelernt. Auch bei Gounod, Bizet und Mussorgsky ist vieles ohne Giacomo Meyerbeer undenkbar. In diesem Sinn sind «Les Huguenots» ein atemberaubendes Versuchslabor, in dem vieles angelegt ist, was den Weg der Oper im späteren 19. Jahrhundert prägt. La Monnaie in Brüssel hat dem aufwändigen Stück eine glanzvolle Premiere...
