Am stillen Herd in Winterszeit
Während in Deutschland Winterstürme tobten, fand in Barcelona bei Temperaturen über zwanzig Grad zum 44. Mal ein Gesangswettbewerb statt, der den Namen des bedeutenden katalanischen Tenors Francesc (Francisco) Viñas trägt – einem Sänger, der nicht nur in der Heimat, sondern auch an der Metropolitan Opera als Nachfolger Gayarres galt und sowohl in der italienischen Oper wie im Wagner-Fach erste Klasse war.
Solchem Anspruch zu genügen, ist von Anfängern zu viel verlangt.
Vielleicht sollte man sich bei Wettbewerben dieser grundsätzlich von dem Ehrgeiz frei machen, den neuen «Superstar» zu suchen. Wenn die Preisgekrönten längerfristig auf der internationalen Szene das Gesamtniveau sichern und verbessern – wäre das nicht schon ein tolles Ergebnis?
Es sei dies kein besonders guter Jahrgang gewesen, hörte ich von langjährigen Beobachtern in Barcelona. Mag sein, doch gab es im (nur klavierbegleiteten) Semifinale einige interessante Darbietungen, während das vom Hausorchester unter Guerassim Voronkov äußerst mäßig assistierte Finale überwiegend Ernüchterung hervorrief.
Wieder haben die koreanischen Kandidaten gründlich «abgeräumt». Das nervt viele europäischen Beobachter. Mein Eindruck auch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Frau Dasch, welche Bedeutung hatten die Eltern für Ihre Liebe zur Musik?
Für meine Eltern war Musik zentral. Sie hatten sich übers Singen kennengelernt, spielten Instrumente und lebten uns vor, dass gemeinsames Musizieren, egal auf welchem Niveau, Spaß macht. Von Familienfesten bis zu Weihnachtsgottesdiensten – es wurde keine Gelegenheit ausgelassen, ein...
Musik und Zahlen? Tonkunst und Mathematik? Nie und nimmer, mag der Musikliebhaber denken, hat die hoch verehrte Muse etwas mit der schnöden, emotionslosen Welt des Rechnens zu tun, abgesehen vielleicht davon, dass Kunst ja auch bezahlt werden will. Ist es nicht geradezu ein Schlagwort in der Debatte um die Kulturförderung, dass Kunst sich eben nicht rechnet, sich...
Das sogenannte Regietheater ist in Verruf geraten. Immer häufiger werden seine Verfechter, zumal wenn es um das Kernrepertoire der Oper geht, nicht nur vom Publikum, sondern auch von Kritikern an den Pranger gestellt. Was vor rund vierzig Jahren als Rebellion gegen ein katechetisches Deutungsprimat begann, das unter Regie im Wesentlichen die Schaffung dekorativer...
