Der lange Weg zum Selbst
Frau Dasch, welche Bedeutung hatten die Eltern für Ihre Liebe zur Musik?
Für meine Eltern war Musik zentral. Sie hatten sich übers Singen kennengelernt, spielten Instrumente und lebten uns vor, dass gemeinsames Musizieren, egal auf welchem Niveau, Spaß macht. Von Familienfesten bis zu Weihnachtsgottesdiensten – es wurde keine Gelegenheit ausgelassen, ein Programm zusammenzuschustern, bei dem alle irgendwie mittönen konnten. Nicht zu vergessen die legendären Autofahrten mit dem Familienbus von und nach Berlin, Transitstrecke sage ich da nur.
Der Warterei am Übergang Dreilinden verdanken wir unser Kanon-Repertoire.
Sie haben einmal gesagt, Sie hätten mehrere Stimmbrüche durchlebt?
Sagen wir vielleicht besser Stimmwechsel. Im Schulchor habe ich ausprobiert, wie das mit dem Vibrato funktioniert, wie eine Musical-Stimme klingt, wie man die Königin der Nacht singen könnte. Aber das war Spiel, war Spaß, obwohl ich immer im Chor die Soli sang. Die Klarinette, das war mein Instrument, dafür habe ich richtig geübt. Ich träume manchmal schlecht, weil ich bis heute das Gefühl habe, mein eigentliches Instrument verraten zu haben. Ich spielte sehr viel Kammermusik und Schülerorchester, ...
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«Man kann das Technische, das Vokalartistische dieser prachtvoll strömenden, des pathetischen wie des zartesten Ausdrucks mächtigen Baritonstimme beschreiben, ihre Feinheit, lyrische Verinnerlichung und männliche Ausdruckskraft, ihre wunderbare Modulationsfähigkeit und vergeistigte Schlichtheit – das alles würde nicht ausreichen, die unvergleichlich tiefe Wirkung...
