Am Mythos vorbei
Was es auf sich hat mit den drei Rheintöchtern und mit einem Riesenbett, das wie angeschwemmtes Strandgut aussieht, werden wir wahrscheinlich erst wissen, wenn der neue Hamburger «Ring» geschmiedet ist. Während Ha Young Lee, Gabriele Rossmanith und Ann-Beth Solvang mit berückendem Wohllaut singen, naht eine Gestalt im weißen Schutzanzug und reinigt – oder desinfiziert – das Gelände am Fluss. Schon in dieser Szene setzt sich Wolfgang Koch als Alberich darstellerisch und sängerisch fulminant in Szene. Zwischenvorhang.
Das zweite Bild zeigt ein Dachgeschoss.
Auf einem riesigen Tisch steht ein Modell: ein eher grauer als grüner Hügel mit einem kleinen Häuschen. Es werkeln die in Knickerbocker-Hosen gekleideten Götterbübchen: der massige Donner (Jan Buchwald, prachtvoll sonor am Ende mit seinem «He da, he do») und der spillerige Froh (Ladislav Elgr, mit schönem, schlankem Tenor). Wotan liegt schlafend im Sessel und wird, von Fricka geweckt, an den Preis erinnert, der für das perspektivisch weit entfernte Häuschen ausbedungen wurde. Und schon kommen sie, die Riesen vom Berge: breitschultrige Kerle mit den Insignien von Luden oder Schlägern. Ihr Bändiger, der listenreiche Loge, stammt ...
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Erlöste Welt, kristallklar
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Als die dreizehnjährige Ballettschülerin Edith Aptowitzer am 14. März 1938 zum Unterricht in die Staatsoper will, tritt ihr ein Pförtner in den Weg. «Juden kommen hier nicht rein», erklärt er. Die heute 83-Jährige schildert den Vorfall mit stockender Stimme bei der Pressekonferenz zur Ausstellung der Wiener Staatsoper «70 Jahre danach – Täter, Opfer, Zuschauer»....
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