Alltag im Ausnahmezustand

Der Komponist Hans Gál und der Regisseur Georg M. Höllering setzen 1940 als Internierte auf der Isle of Man in einer Revue aufs komische Potenzial des weggesperrten Lebens: «What a Life!». Das Royal College of Music in London veröffentlicht jetzt erstmals die Partitur

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Porridge gehört zu den wenigen Lebensmitteln, die im Moment schwer zu kriegen und rationiert sind in britischen Supermärkten: Offenbar hamstert die Bevölkerung für eventuelle Engpässe fleißig Haferflocken. Mit gutem Grund. Porridge ist der reinste Krisenklassiker, hat sich – sehr günstig, sehr haltbar – schon in der Vergangenheit bewährt.

Viel zu häufig wurde die Grütze zum Beispiel während des Zweiten Weltkriegs in den Lagern auf der Isle of Man ausgegeben, wo man deutsche und österreichische Immigranten als potenzielle enemy aliens internierte, inklusive der jüdischen Flüchtlinge. Unter den Insassen waren viele Akademiker und Künstler – der Maler Kurt Schwitters zum Beispiel oder der Komponist Hans Gál –, sie stellten ein umfangreiches Bildungs- und Kulturprogramm auf die Beine.

Zu den besonders Ehrgeizigen gehörte der Regisseur Georg M. Höllering, einst Co-Produzent des Films «Kuhle Wampe» (1932), an dessen Drehbuch Bertolt Brecht mitgearbeitet hatte. Höllering erkannte das komische Potenzial des Lagerkollers und setzte sich in den Kopf, eine Revue über den Alltag im Ausnahmezustand zu schreiben. Nummern zum Schlangestehen plante er, zu den Bemühungen der Internierten, sich fit ...

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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Wiebke Roloff Halsey

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