Interpretieren heißt übersetzen

Gedanken zu Sergio Morabitos Texten über das Wunderwerk der Oper

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Schier endlos ist über die Oper nachgedacht worden, über jenes «unmögliche Kunstwerk», von dem vor mehr als einem Jahrhundert Oscar Bie, der originelle Musikschriftsteller und -kritiker, gesprochen hat, in seinem schlicht mit «Die Oper» betitelten Buch von 1913. Es scheint so, als ob man mit der Arbeit an der Oper und der Reflexion über ihr Wesen und ihre Phänomene niemals fertig wird.

Zu beklagen ist dies freilich nicht, zeigt sich doch darin die unveränderte Faszination dieser immens gestalt- und facettenreichen Kunstform, die in Geschichte und Gegenwart so wirkungsmächtig war und ist wie kaum etwas sonst in der Welt der Kultur. Sergio Morabito, der gemeinsam mit Jossi Wieler über nunmehr 25 Jahre an der Stuttgarter Staatsoper und anderswo eine Vielzahl von national wie international stark beachteten Inszenierungen als Dramaturg und Co-Regisseur konzipiert und betreut hat, lässt in seinem Buch «Opernarbeit» genau diese Momente aufscheinen – das Wunder, wenn ein Werk, durch die notenschriftlich fixierte Partitur und das darin integrierte Libretto an die Hand gegeben, in die Theaterwirklichkeit überführt wird.

Eine Fundgrube von Ideen und Einsichten bieten diese Texte, die sich ...

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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 36
von Detlef Giese

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