Warum nicht mit Maske singen?
Im April wurde das Italienische Kulturinstitut in Stockholm Schauplatz eines ungewöhnlichen Experiments. Im hauseigenen Kino zeigte man eine Aufzeichnung vom Rossini-Opernfestival 2010 in Pesaro («Sigismondo») – für jeweils eine einzige Person. Den Glücklichen, per Los ausgewählt, wurde Kaffee und, im Einklang mit aktuellen Hygiene-Vorschriften, sorgsam eingeschweißtes Gebäck gereicht. Zumindest hier triumphierte, wenn auch in noch so kleinem Rahmen, ein Live-Ereignis mit leibhaftig präsenten Zuschauern über Corona-bedingte Kontaktsperren.
In Italien stieß das «Event» auf ein großes Medienecho, die Kulturszene nahm es als Hoffnungsschimmer zur Kenntnis. Schließlich sind Italiens Theater schon seit dem 7. März dicht, viele der finanziell ausgebluteten Häuser kämpfen ums nackte Überleben. Das mit 45 Millionen Euro verschuldete Teatro dell’Opera in Rom etwa wird allein durch die Absage seiner Sommersaison in den Caracalla-Thermen weitere sieben Millionen Euro Verlust machen. Das Teatro alla Scala in Mailand rechnet bis September mit Mindereinnahmen in Höhe von rund 20 Millionen Euro. Unterdessen stellte die italienische Regierung den Kulturinstitutionen 130 Millionen Euro Soforthilfe ...
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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: Focus Italien, Seite 20
von James Imam
Die Titel-Nummer steht am Ende: «Morgen» nennt die französisch-dänische Sopranistin Elsa Dreisig ihr neues Album nach dem Lied von Richard Strauss (aus op. 27). Das Lied erklingt nach jenem, dem tröstenden Lerchenabgesang zum Trotz doch sehr im Vagen (Elysium? Nirvana? Nichts?) verbleibenden «Im Abendrot» aus den «Vier letzten Liedern». Die Zeile «Und morgen wird...
Schier endlos ist über die Oper nachgedacht worden, über jenes «unmögliche Kunstwerk», von dem vor mehr als einem Jahrhundert Oscar Bie, der originelle Musikschriftsteller und -kritiker, gesprochen hat, in seinem schlicht mit «Die Oper» betitelten Buch von 1913. Es scheint so, als ob man mit der Arbeit an der Oper und der Reflexion über ihr Wesen und ihre...
O Moon, please stay with me ...
Tatjana Gürbaca
Gestern habe ich die schrecklichen Bilder aus Italien in den Nachrichten gesehen: Tote, die in einem Konvoi von Militärfahrzeugen abtransportiert werden, Krankenhauspersonal, das an der Grenze seiner Belastbarkeit berichtet, dass nun entschieden werden muss, wessen Leben gerettet werden kann.
Als wir im Februar...
