Alles muss sich ändern

In Kanada, wo er zuvor erfolgreich wirkte, würde man wohl von einer mission impossible sprechen. Und in der Tat: Der Kulturmanager Alexander Neef hat als Directeur général der Opéra national de Paris ein schwieriges Amt übernommen. Ein Gespräch über Krisen­bewältigung, kühne architektonische Vorhaben, Freiluft­aufführungen und «ballets blancs»

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Herr Neef, sind Sie fantasiebegabt? Hätten Sie sich noch widrigere Begleitumstände für Ihren Amtsantritt ausmalen können?
Imagination zu besitzen, ist fast schon eine Überlebensbedingung in der gegenwärtigen Situation. Aber man kann sich nicht aussuchen, unter welchen Umständen man eine neue Arbeitsstelle antritt – zudem jeder Theaterleiter auf der Welt zurzeit dieselben Probleme hat. Das macht es womöglich leichter, als wenn nur die Pariser Nationaloper in der Krise steckte.

Sie waren seit Ende Juli 2019 Directeur délégué (beigeordneter Direktor) und hätten regulär am 1. August 2021 Directeur général werden sollen. Doch dann bat man Sie kurzfristig, schon elf Monate früher das Ruder zu übernehmen. Heißt das, das Ende Ihres Mandats wird entsprechend vorgezogen?
Das wüsste ich auch gern. Niemand konnte es mir bis jetzt sagen. Aber ich habe ja noch fünfeinhalb Jahre Zeit, um es herauszufinden.

Ihr Amtsvorgänger, Stéphane Lissner, hat am 1. April 2020, kurz nach Beginn des ersten Lockdowns in Frankreich und 16 Monate vor dem regulären Ende seines Mandats, das Amt des Superintendenten und künstlerischen Leiters des Teatro San Carlo in Neapel angetreten. Am 11. Juni erfuhren die ...

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Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 10
von Marc Zitzmann

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