«Alle Menschen sehen so aus wie ich!»
Seit der Spielzeit 2019/2020 ist Leslie Suganandarajah Musikalischer Direktor am Landestheater Salzburg. Wir treffen ihn an einem Junitag in Hannover, seiner Heimatstadt. Geboren wurde er allerdings in Colombuthurai, im Norden Sri Lankas. Das war 1983. Der Mann ist also jung, keine 40. Und es ist jener Junitag, an dem in vielen Teilen Deutschlands «gefühlt» die Welt untergeht. Es regnet in Strömen, die Gullis quellen hoch. Suganandarajahs Telefon klingelt. Er entschuldigt sich, nimmt den Anruf kurz entgegen.
Eine Sängerin der aktuellen Salzburger «Aida»-Produktion lässt über das Künstlerische Betriebsbüro anfragen, ob sie die Proben für einen «Einspringer» kurzfristig verlassen darf. Sie darf, weil die Urlaubsanfrage nicht die allerwichtigste Probenphase in Salzburg betrifft. «Ich bin tendenziell ein Erlauber» sagt Suganandarajah, «auch beim Dirigieren». Er ist, das muss man sagen, ein ungemein sympathischer Mann. Zwischen großer Menschenzugewandtheit und klarer Kommunikation, auch, was das Administrative an einem Landestheater anbelangt. Sein Dirigierstil: klar, agil, uneitel, schön. Und der Sache verpflichtet.
Wer in den späten 1990er-Jahren in einem bestimmten Hannoveraner ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt 2023
Rubrik: Porträt, Seite 64
von Arno Lücker
Das Buch ist 402 Jahre alt. Ein Klassiker der Melancholie-Literatur, unmittelbar nach Ende der elisabethanischen Epoche verfasst, getüncht mit Shakespeare’scher Schlauheit und dem humanistischsouveränen Geist eines Thomas Hobbes. Und noch heute liest sich Robert Burtons anno 1621 erschienenes, poetisch wie philosophisch wirkungsmächtiges Traktat «The Anatomy of...
Der Satz ist beinahe schon ein Gedicht. Blumig-barock, beredt und beseelt von der Aura erlesener Formulierungskunst: «Wenn die Regeln des Umgangs nicht bloß Vorschriften einer konventionellen Höflichkeit oder gar einer gefährlichen Politik sein sollen, so müssen sie auf die Lehren von den Pflichten gegründet sein, die wir allen Arten Menschen schuldig sind, und...
Ihrem Namen nach würde sie gut in Wagners «Ring» passen. Hulda, das klingt nach nordischer Mythologie, nach jenem «Ort», den der Gesamtkunstwerker gern aufsuchte, um sich für seine eigene «Kunstreligion» inspirieren zu lassen . Und in der Tat geht César Francks «Hulda», posthum in Monte Carlo uraufgeführt (1894), auf ein Drama des norwegischen Dichters und...
