Action und Zeichen

Dazwischen liegen Welten: «Die Walküre», in München gedeutet von Andreas Kriegenburg und Kent Nagano, in Mannheim von Achim Freyer und Dan Ettinger

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                                                                I.

Wenn zwei das Gleiche sagen, meinen sie noch lange nicht dasselbe. Es kann sogar gänzlich verschieden sein, wie jetzt in Mannheim und München, wo Achim Freyer und Andreas Kriegenburg nach dem «Rheingold»-Auftakt (siehe OW 12/2011 und 3/2012) fast gleichzeitig mit der «Walküre» den zweiten Teil von Wagners «Ring des Nibelungen» herausbrachten.

Eines zumindest haben beide Produktionen gemeinsam: Beide verabschieden sich von politisch-philosophischen Konzepten, denen das Spiel vom Anfang und Ende der Zeiten nicht erst seit Patrice Chéreaus grundstürzendem Bayreuther «Ring» (1976-1980) vielfach ausgesetzt war, und wollen – wie Kriegenburg es formuliert – «die Geschichte im einfachsten Vorgang des Erzählens wieder erlebbar machen».

Kriegenburgs Ausgangsthese lautet, dass es nach dem Niedergang der «Götterdämmerung» eine neue Gesellschaft gab, die ihren Ursprungsmythos lebendig hält und ihn sich immer wieder neu erzählt. Auch Freyer will etwas erzählen, das uns nur scheinbar fern gerückt ist. Für ihn schließt allerdings die Zeitlosigkeit von Wagners Welt als mythische Vorstufe unseres Seins jegliche Aktualisierung und ...

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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Uwe Schweikert

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